Eschweiler: Silvia Hannemann übernimmt die Leitung der Volkshochschule

Eschweiler: Silvia Hannemann übernimmt die Leitung der Volkshochschule

Nach 36 Jahren sind es deutliche Fußstapfen, die er hinterlässt: Hans-Werner Schmidt. Er übergab nun in einem offiziellen Akt die Schlüssel der Volkshochschule Eschweiler an seine Nachfolgerin Silvia Hannemann, die zuvor viele Jahre in der Mönchengladbacher VHS tätig war.

Der Neu-Pensionär und Rosenliebhaber verband dies mit einem Blumengruß aus seinem Garten sowie kurzen Worten: „Dies ist ein kleiner Schlüssel für ein großes Haus“, spielte er auf das vielfältige Angebot der Eschweiler Volkshochschule an.

Seine Nachfolgerin will die große Palette an Kursen nach Möglichkeit erhalten. Dass dies nicht einfach wird, machte Bürgermeister Rudi Bertram deutlich: „Es kommen große Herausforderungen auf uns zu.“ Die Debatte um eine mögliche Fusion mit der Volkshochschule Stolberg wollte der Verwaltungschef hingegen nicht aufkommen lassen: „Wir suchen immer Kooperationspartner, sind aber mit unserer Volkshochschule sehr gut aufgestellt.“ Es sei ja nicht so, dass man keine Gespräche geführt habe. Allerdings solle man rein betriebswirtschaftlich vorgehen, und unter diesem Aspekt sei Eschweiler „selten der Gewinner gewesen“.

Ohnehin könne er die Finanzierungsdiskussion bei Schulen nicht verstehen: „Ich kann das Wort Sparen in der Bildung nicht mehr hören. Unser Bildungsangebot bringt Menschen in Arbeit. Wenn es das nicht gäbe, würden viele von ihnen bei uns in der zweiten Etage, beim Jobcenter, ihr Geld holen. Das wäre für die Allgemeinheit viel teurer.“ Auch aus diesem Grunde habe die Stadt in den vergangenen Jahren über 60 Millionen Euro in Schulen investiert. Und dies sei noch zu wenig.

In Mönchengladbach war Silvia Hannemann auch verantwortlich für sogenannte Drittmittelprojekte, konkret Angebote für Berufszurückkehrer und Migrantinnen. „Man muss wissen, wo man welches Geld bekommt, und vernetzt sein“, sagte sie. Dies wird wohl mit ein Kriterium dafür gewesen sein, dass sich sich gegen mehrere Bewerber durchsetzte. Die Stelle in Eschweiler habe sie gereizt, weil die langfristige Perspektive stimme. Das Programm habe sie sich zwar im Detail noch nicht genau angeschaut, aber es decke viele Bildungsbereiche ab. „In Zukunft werden wir auch darüber nachdenken müssen, wie wir dem demografischen Wandel begegnen — also zum Beispiel die Gesundheitskompetenz mit Kursangeboten fördern“, sagte Silvia Hannemann.

Was ihr auch wichtig ist: „Die Volkshochschule hat in Eschweiler ein eigenes Haus.“ Die Leute würden also wissen, wo sich ihre Bildungseinrichtung befinde. Es gebe ein Gesicht. Kritisch sieht sie jedoch, dass „die VHS Eschweiler noch nicht im Netz ist“. Dies wolle sie ändern und die VHS damit auch für moderne und neue interaktive Möglichkeiten des Lernens öffnen.

Hans-Werner Schmidt dürfte sich gefreut haben: „Die Volkshochschule muss sich immer weiter entwickeln — das war vor Jahren schon so und gilt noch heute.“ Er erinnerte sich daran, dass die Eschweiler Einrichtung Vorreiter im Land gewesen sei, als sie ihr Programm als Zeitungsbeilage veröffentlicht habe. „Damit sind wir zu den Menschen gegangen, was sich auch im Erfolg widerspiegelt“, meinte er.

Abschluss mit Kuchen

Vielleicht bleibt der ehemalige Leiter der VHS erhalten. Dafür macht sich zumindest seine Nachfolgerin stark: „Ich hoffe doch, dass du die Kurse, die dir am Herzen liegen, weiterhin leitest.“ Noch am Sonntag führte er eine Gruppe zu den „Rosengärten in der Eifel“. Abschluss war in seinem Garten mit Kaffee und Kuchen. Die Blütenpracht hat es ihm ohnehin angetan. Er ist Mitglied der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde und ein gefragter Redner bei verschiedenen Kongressen und Veranstaltungen. Außerdem wolle er nun die Zeit nutzen, sich auch anderen Dingen zu widmen. Eines ist klar: Langeweile wird er sicherlich nicht kennen.

Das Erbe mag groß sein, dass er Silvia Hannemann hinterlassen hat. Sie sieht dies jedoch als „Motivation“ und „spannende Aufgabe“. Und natürlich: Der Blumengruß, den Schmidt bei der offiziellen Amtsübergabe reichte, enthielt rosafarbene Rosen.