Eschweiler: Silbernes Priesterjubiläum für Dr. Andreas Frick

Eschweiler: Silbernes Priesterjubiläum für Dr. Andreas Frick

„Einer trage des anderen Last!“ Diesen Primiz- und Leitspruch wählte Dr. Andreas Frick, als er am 10. Oktober 1989 vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger in Rom die Priesterweihe empfing.

Und ein Vierteljahrhundert später stand diese vom Apostel Paulus ausgesprochene Aufforderung im Mittelpunkt der Eucharistiefeier zum Silbernen Priesterjubiläum des Pfarrers der Katholischen Gemeinde St. Peter und Paul, an der zahlreiche Gläubige am frühen Samstagabend in der gleichnamigen Pfarrkirche teilnahmen. „Ich bin glücklich, heute hier in Eschweiler sein zu dürfen und mit Ihnen Gott als Urheber des Lebens Danksagen zu können“, begrüßte Dr. Andreas Frick, der seit Mai 2007 seine Aufgaben in der Inde-stadt wahrnimmt, die Gäste zu Beginn des Gottesdienstes.

Trugen ihren Teil bei zu einer mitreißenden Eucharistiefeier: Die Kinder des Familienzentrums St. Peter und Paul stellten ihre Musikalität unter Beweis. Foto: Andreas Röchter

Das altgriechische Wort für Danksagung laute Eucharistie, und genau dies übe ein Priester auch nach 25 Amtsjahren täglich. In seiner Festpredigt stellte Weihbischof Dr. Johannes Bündgens ebenfalls den Primizspruch seines Glaubensbruders in den Mittelpunkt. „Der Mensch kommt zunächst als hilfloses Wesen, das gehalten und getragen werden muss, auf die Welt. Doch auch als Erwachsener ist der Mensch auf Halt angewiesen“, so der Geistliche. Diesen Halt biete der am Kreuz hängende und von der Menschheit verlassene Jesus, der uns die Last einerseits abnehme und uns andererseits dazu befähige, Lasten zu tragen. „Gott wischt die von Menschen begangenen Sünden nicht einfach weg, sondern vergibt sie, indem er sie trägt“, erklärte Dr. Johannes Bündgens.

Lasten könnten als leichter empfunden werden, wenn sie im Glauben an Gott getragen würden. Wegen der immer geringer werdenden Zahl von Seelsorgern steige aber auch die Belastung der aktiven Priester. Dennoch sei die Grundlage für jede Priesterschaft der belastbare und tragfähige Christusglaube. „Von großer Bedeutung ist, Lasten teilen und delegieren zu können. Dies ist in Eschweiler in einem offensichtlich funktionierenden Team, in dem die Lasten geteilt werden, möglich“, betonte der Weihbischof. Lasten könnten auch als Herausforderung für die Zukunft verstanden werden, in der das Priestertum Solidarität mit allen Getauften und Gefirmten üben solle. „Priester zu sein ist kein Selbstzweck, sondern beinhaltet das Dienen am Volk Gottes. Ein Weg, den Andreas Frick eingeschlagen hat“, so der Festprediger. Trotz aller Probleme gelte es, optimistisch in eine spannende Zukunft auszuschreiten. „Die Last der Verantwortung passt sich den zerbrechlichen Schultern an“, zitierte Dr. Johannes Bündgens dann Papst Franziskus, um abschließend zu verdeutlichen, dass derjenige, der Last trage, zum Gast an Gottes Tisch werde.

Der Schlussteil einer würdevollen und mitreißenden Messfeier, zu deren Gelingen neben den Konzelebranten und Messdienern auch der Kirchenchor unter Leitung von Franz Surges sowie die Kinder des Familienzentrums St. Peter und Paul beitrugen, stand im Zeichen von Grussworten in Richtung Dr. Andreas Frick. Den Anfang machte Carl Pistor als Vertreter des Kirchenvorstands sowie des Kuratoriums des St.-Antonius-Hospitals: „Sie haben sich vor einem Vierteljahrhundert in den Dienst Jesu Christi gestellt. Die zurückliegenden 25 Jahre waren von zahlreichen Ereignissen, darunter die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes, geprägt. Die momentanen Weltereignisse zeigen jedoch, dass die Menschheit offensichtlich keine Lehren aus den Kriegen der Vergangenheit gezogen hat. Sie dagegen haben ihre Priesterschaft unter einen Leitspruch gestellt, der das Gegenteil der heutzutage zu häufig zu beobachtenden Einstellung ‚Jeder ist sich selbst der Nächste‘ darstellt. Ihre Aufgaben beinhalten hohe psychische und physische Anforderungen. Sie sind gezwungen, auch undankbare Entscheidungen zu treffen. Nach einem Vierteljahrhundert Dienst am Nächsten ist es nun für uns an der Zeit, Danke zu sagen!“

Bürgermeister Rudi Bertram überbrachte ebenfalls Glückwünsche: „Ich habe während dieses beeindruckenden Gottesdienstes häufig gedacht, so wie hier gesprochen wurde, so müsste die Welt aussehen“, erntete der Verwaltungschef den Applaus der Zuhörer. Leider treffe dies aber zu oft nicht zu. Deshalb sei es wichtig, etwas aus Gottediensten in den Alltag mitzunehmen. „Nicht das Kirchliche Immobilienmanagement oder ein Haushaltssicherungskonzept dürfen im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen, sondern die Menschen“, unterstrich Rudi Bertram Parallelen zwischen der Arbeit des Jubilars und seiner eigenen. „Ich weiß, dass Ihnen die Menschen dieser Stadt am Herzen liegen!“ Es gelte, die Menschen zu stärken und zu unterstützen, damit sie in Eschweiler in Frieden leben könnten. „Damit meine ich auch den sozialen Frieden. Ich bin deshalb der Meinung, dass diejenigen, die etwas größere Lasten tragen könnten, dies auch tun sollten!“

Der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Erich Schröder überbrachte dem Jubilar zunächst die Glückwünsche seines Vorgängers Pfarrer Peter Müllenborn, um kurz darauf zu betonen, dass die sieben Jahre, die Dr. Andreas Frick nun als Pfarrer der Gemeinde St. Peter und Paul in Eschweiler verbracht habe, „eine gute, aber sicherlich nicht immer einfache Zeit“ gewesen sei. Humorvoll überreichte dann Caren Leuchter dem Geistlichen eine Stola, die vier Damen des Pfarrgemeinderats angefertigt haben. „In dieser Stola vereinen sich Farben. Zum einen die Farbe Grün, die sie im Laufe des Kirchenjahres aus dienstlichen Gründen am häufigsten tragen dürfen beziehungsweise müssen und die auch für die von ihnen innig geliebte Natur steht. Zum anderen die Farbe Blau, die den Himmel und das Wasser symbolisiert.

Hinzu kommen silberne Akzente als Hinweis auf ihr Jubiläum und vielleicht auch auf die eine oder andere Strähne im Haar. Klar ist nun aber auch: Sie werden Eschweiler immer am Hals haben“, erntete das Pfarrgemeinderatsmitglied herzliche Lacher.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich zum Abschluss des Gottesdienstes Pfarrer Dr. Andreas Frick: „Es war und ist für mich rührend, so viele Freunde hier begrüßen zu dürfen, die diese Stunde gemeinsam mit mir begehen. Ich danke denjenigen, die mich nun 50 Jahre lang getragen haben. Ich danke für die Verbundenheit und für die Freude des Glaubens, die wir heute teilen“, schloss der Jubilar.

(ran)