Sicheres Radfahren: Smartphones – ein Tabu im Straßenverkehr

Sicheres Radfahren : Realitätsnaher Lehrfilm über einen Fahrradunfall

Katrin ist schwer mit dem Fahrrad gestürzt, sie hat lebensbedrohliche Verletzungen. Was hätte sie tun können, diesen Unfall zu verhindern, was hätte sie an Möglichkeiten gehabt, zumindest die Unfallfolgen zu vermindern?

Am Beispiel einer nachgestellten Situation in einem Lehrfilm setzten sich Schüler der fünften Klassen der Liebfrauenschule mit dem beinahe alltäglichen Fahrradfahren auseinander.

Seit 20 Jahren tourt Polizeihauptkommissar Udo Eibert durch Schulen in der Städteregion Aachen und versucht mit Geduld und großer Überzeugungskraft, Kindern und Jugendlichen aber auch indirekt deren Eltern dazu zu bringen, sich sicher, aufmerksam, geduldig und richtig im Verkehr zu verhalten.

Am Donnerstag zeigte er der 5d einen realitätsnahen Lehrfilm über einen Fahrradunfall, der durchaus eindrucksvoll zeigte, wie man am besten nicht Fahrrad fahren sollte. So verunglückte Katrin, weil sie abgelenkt war und zu schnell fuhr. Sie zog sich besonders schwere Verletzungen zu, weil sie keinen Helm trug.

All dies erarbeitete Kommissar Eibert mit den Schülern, nahm sie praktisch mit, sich als Unfallanalytiker zu betätigen und Schritt für Schritt zu erkennen, was jedes Mädchen und jeder Junge mit seinem Fahrrad besser machen könnte.

So stellte sich unter anderem heraus, dass das Smartphone die Wahrnehmung besonders stark behindern kann. Hört man etwa Musik und trägt in beiden Ohren Stöpseln, – was verboten ist – ist es wahrscheinlich, dass man den Verkehr um sich herum kaum noch wahrnimmt. Auch zu viel Ehrgeiz und schnelles Radfahren tragen genauso wie beim Autofahren zu Unfällen bei.

Was Udo Eibert ganz besonders am Herzen liegt, ist das leidige Thema „Warum trage ich keinen Helm beim Fahrradfahren?“. Er kann das nicht wirklich verstehen, kann doch jeder, ob Alt oder Jung in einen Unfall verwickelt werden. Sein Appell an die Schülerinnen und Schüler: „Fordert eure Eltern auf, dass ihr und auch sie einen Helm tragen! Ihr habt ein Recht dazu.“

Dass dabei Fahrradfahren nicht nur Spaß macht sondern eben auch der Umwelt nützt, war allen klar.

Die Unterstufenkoordinatorin der Liebfrauenschule, Birgit Herkenhoff-Portik, bedankte sich beim Hauptkommissar für sein unermüdliches Engagement. Eibert hat in 20 Jahren als Verkehrssicherheitsberater versucht, mehr als 20.000 Schüler für vernünftiges Radfahren zu sensibilisieren.

Die Unterrichtseinheit in der fünften Klasse wird ergänzt durch einen Erste-Hilfe-Kurs in der neunten Klasse sowie die umfangreiche Darstellung der gesamten Rettungskette von Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt, Polizei und Unfallopferinformationen in der 10. Klasse.

(mu)
Mehr von Aachener Nachrichten