Eschweiler: Selbsthilfegruppe blickt auf erfolgreiche Jahrzehnte zurück

Eschweiler: Selbsthilfegruppe blickt auf erfolgreiche Jahrzehnte zurück

Die Selbsthilfegruppe für Betroffene von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn/Colitis ulcerosa) feiert im August ihr 20-jähriges Bestehen. Die Selbsthilfegruppe kann dabei auf zwei erfolgreiche Jahrzehnte zurückblicken.

Das erste Treffen der Gruppe fand am 18. August 1998 in Aachen statt. Zunächst wurden Räume von der Volkshochschule Aachen zur Verfügung gestellt, später fanden die Treffen in einem Krankenhaus in Aachen statt und schließlich wurde entschieden, sich privat im Wechsel bei den Gruppenmitgliedern zu treffen.

Die gemeinsame Betroffenheit durch die Erkrankung, sicherlich auch in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, unterstützte den Zusammenhalt in der Selbsthilfegruppe. Die Treffen im privaten Umfeld verstärkten zudem diesem Prozess, so dass sich zunehmend ein größerer fester Kern gebildet hat, jedoch ist die Gruppe stets offen für neue Hilfesuchende.

Auch für Angehörige

Seit einigen Jahren trifft sich nun die Selbsthilfegruppe im Gesundheitshaus an der Steinstraße 87 in Eschweiler. Die Treffen finden einmal im Monat statt. Die Gruppe versteht sich jedoch als Ansprechpartner für von der Erkrankung Betroffene und auch für Angehörige, als Gruppe für Aachen und die Region, auch Betroffene aus den Niederlanden und Belgien sind willkommen.

Im Rahmen der Gruppengespräche werden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern es gibt auch Hilfe und Unterstützung. Darüber hinaus ist die Gruppe vernetzt mit dem DCCV (Selbsthilfevereinigung für und von Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen — Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung — DCCV). Hier gibt es einen überregionalen Erfahrungsaustausch über einzelne Gruppenmitglieder.

In den vergangenen 20 Jahren gab es im Rahmen der regelmäßigen Treffen der Selbsthilfegruppe unzählige Begegnungen mit Hilfesuchenden. Die Bandbreite reichte dabei von Menschen, die kurz zuvor die Diagnose erhalten haben und erst lernen mussten, mit der Erkrankung umzugehen, bis auf langjährig Erkrankte mit einem reichen Erfahrungsschatz, von Kindern/Jugendlichen bis zu Senioren. Es gab sehr ernsthafte und zum Teil auch sehr ergreifende Gespräche, aber auch ganz zwanglose Treffen, je nach den Bedürfnissen der Betroffenen beziehungsweise Angehörigen. Die Erkrankung stellt Betroffene vor die unterschiedlichsten Herausforderungen.

Nicht heilbar

Die Erkrankung ist nicht heilbar. Neben der Arbeit in der Selbsthilfegruppe gibt es aber auch kleinere Aktivitäten außerhalb der monatlichen Treffen. Im Sommer wird stets ein Ausflug organisiert. Bei sommerlichem Wetter trifft man sich auch zum Eisessen in Burtscheid sowie zum Jahresabschluss zur Weihnachtsfeier. Im vergangenen Jahr gab es ein ganz besonderes Erlebnis bei einem Treffen: die Selbsthilfegruppe war überrascht, bei einem Treffen einen Heiratsantrag mitzuerleben. So gibt es neben der Unterstützung zur Bewältigung der Erkrankung viele weitere positive Aspekte in der Gruppenarbeit auch für die Zukunft.

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