Eschweiler: Seiden-Photogramme in der Eschweiler Raiffeisen-Bank

Eschweiler : Seiden-Photogramme in der Eschweiler Raiffeisen-Bank

Am Wochenende wurde in der Raiffeisen-Bank Eschweiler an der Franzstraße die Kunstausstellung „Aufgeblendet“, des Fotografen und Photogrammkünstlers Frank Buchna mit einer Vernissage eröffnet. „Viele Freunde der Kunst und der Fotografie“, waren der Einladung zu der Vernissage gefolgt, stellte der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Eschweiler, Bernd Schendzielorz, in seiner Begrüßung fest.

Die Ausstellung umfasst 13 Werke von Frank Buchna, darunter Fotografien und Photogramme. Frank Buchna arbeitet unter anderem mit dem sogenannten Negativ-Kontakt-Verfahren des Photogramms, einer frühen Form der Fotografie. Diese durchaus teure und enorm aufwändige Methode ermöglicht es dem Künstler, eindrucksvolle Kontraste in seinen Werken zu erzeugen.

„Alles, was mit Licht in Berührung kommt, wird dunkel und dort wo kein Licht hinkommt, bleibt alles weiß“, beschreibt Frank Buchna das komplizierte Verfahren. Seine Arbeiten entstehen im Labor: „Das Faszinierende daran ist eigentlich das Arbeiten in der Dunkelkammer“, erklärt er die Leidenschaft für das Erstellen seiner Photogramme. Besonders spannend sei dabei vor allem das letztendliche Ergebnis seiner Arbeiten, welches trotz genauester Planungen am Ende immer eine Überraschung biete, so der Künstler. Alle Werke des Künstlers sind zudem Unikate. Keines entspricht dem anderen und zeugt somit von Einzigartigkeit.

Um den Gästen das Photogramm näherzubringen, erläuterte der Germanist und promovierte Kunsthistoriker Dr. Josef Gülpers eingangs die Entwicklungsschritte des Verfahrens und ging ebenso auf dessen Entstehungsgeschichte ein. Des Weiteren stellte er die einzelnen Kunstwerke vor, indem er über die angewandte Technik sowie die Intention des Künstlers berichtete.

Dabei zitiert er zunächst Frank Buchna, der das Photogramm als „Fotografieren ohne Fotoapparat“ beschreibt. Denn bei einem Photogramm wird analog, ohne Linse und ohne Kamera fotografiert. In der Dunkelkammer, in welcher lediglich ein wenig Infrarotlicht scheint, positioniere Frank Buchna die Modelle vor lichtempfindlichem Papier, welches an der Wand angebracht ist, erklärt Gülpers.

Die Konturen des Modells werden danach von dem Künstler mit einer lichtschwachen Lampe nachgefahren. Die Entfernung des Modells zu dem lichtempfindlichen Papier sowie die Belichtung entscheiden letztlich, ob der Schatten härter oder weicher konturiert wird und welche Bereiche wie stark geschwärzt sind, so Dr. Josef Gülpers.

„Unmittelbar nach diesem Belichtungsprozess, der acht bis fünfzehn Sekunden währt, nimmt Frank Buchna das belichtete Papier von der Wand — immer noch in Dunkelheit — und gibt es nachein-ander in drei 1,50 Meter lange mit Chemie vorbereitete Wannen“, sagte Gülpers weiter. Erst nachdem das Entwickeln, Fixieren, Wässern und Trocknen des Bildes abgeschlossen ist, kann das Licht wieder eingeschaltet werden.

Die Photogramme von Frank Buchna sind sogenannte Strukturbilder, erklärt der Kunsthistoriker. Das bedeutet, es sind „vom Künstler frei erfundene Gestaltungsinhalte, oft abstrakt, dessen gegenständliche Darstellung neuen, eigenen bildnerischen Kriterien zugrunde liegt“.

Frank Buchna experimentiert in seinen Werken vor allem mit Körperlichkeit, Nähe und Distanz, Schärfe und Unschärfe. Der Künstler kommt ursprünglich aus der Tanz- und Theaterfotografie. Die Modelle für seine Werke sind vor allem Tänzerinnen und Schauspielerinnen. Sie können die genauen Vorstellungen des Künstlers optimal umsetzen und die Positionen, vor allem während der Belichtung, halten.

Dabei steht nicht die Person im Fokus der Bilder, sondern ihre Pose und Geste. Das Element Seide bildet dabei in den Arbeiten des Künstlers eine tragende Rolle, indem er die feinen Fasern als künstlerisches Mittel in seinen Werken einsetzt. FDer Betrachter soll eine eigene Intention in den Bildern erkennen und „sein eigenes Bild im Kopf entwickeln“, resümiert der Künstler sein Schaffen.

Die Ausstellung von Frank Buchna kann bis einschließlich den 8. Dezember in der Raiffeisen-Bank-Hauptstelle an der Franzstraße 8-10 während der regulären Öffnungszeiten besucht werden.

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