Eschweiler/Stolberg: Schwertransport verliert 52 Meter lange Röhre

Eschweiler/Stolberg: Schwertransport verliert 52 Meter lange Röhre

Schwertransporte gehören für die Behälterbau-Firma F.A. Neuman am Sticher Berg seit Urzeiten fast zum Alltagsgeschäft. Diesmal allerdings erlebten die Neuman-Mitarbeiter wie auch das Team der beauftragten niederländischen Spezialtransportfirma eine unliebsame Premiere.

Deren Schwertransporter kam am Montagabend nicht weit, nachdem er bei Neuman eine Metallröhre von stolzen Ausmaßen aufgeladen hatte: Das Teil ist nach Auskunft der Herstellerfirma 52 Meter lang und über 51 Tonnen schwer. Bei der mit viel Rangietren verbundenen Ausfahrt vom Firmengelände rutschte die Ladung vom Auflieger und sorgte über Stunden für eine Vollsperrung der Straße. Verletzt wurde niemand. Für die Bergung mussten zwei Schwerlastkräne — darunter ein 160-Tonnen-Kran — aus Köln und eine Ersatzzugmaschine geordert werden. Letztere rollte eigens aus Rotterdam an den Sticher Berg.

Nach 22 Uhr hatte sich der Schwertransport mit der überlangen „Kolonne“, so der Fachausdruck für derartige in der Verfahrenstechnik genutzten säulenförmigen Apparate, auf den Weg Richtung Autobahn gemacht. Von Eschweiler aus sollte das Gefährt auf die rund 380 Kilometer lange Reise nach Bremen gehen, um dort vom Neustädter Hafen aus zu einem Großkunden in die USA verschifft zu werden. Um 22.26 Uhr war die Reise auf dem Neuman gegenüberliegenden Parkplatz eines Discounters zu Ende: Obwohl die Sicherheit der Ladung vor Abfahrt noch von Experten überprüft worden war, wie die Neuman-Geschäftsführung betont, rutschte ein Ende der auf zwei Transportsatteln liegenden Kolonne vom Transporter. „Ob es beim Rangieren zu menschlichem Versagen gekommen ist, das die Ladung gelöst hat, oder ob ein technischer Defekt vorlag, das muss jetzt geklärt werden“, kommentiert Neuman-Geschäftsführer Claudius Frenken den Vorfall.

Gegen 3 Uhr früh waren die angeforderten Hilfsfahrzeuge vor Ort; gegen 5 Uhr konnte die Polizei die Sperrung des Sticher Bergs wieder aufheben.

Nach der Bergung wurden Transporter und Stahlröhre auf das Firmengelände zurück gefahren. Die Kolonne wird derzeit bei Neuman geprüft, vermessen und instandgesetzt. Wie groß der Aufwand dafür ist, hängt vom noch unbekannten genauen Verwendungszweck der Röhre ab, der unter anderem die nötige Druckfestigkeit der Hülle bestimmt.

In einer der nächsten Nächte, je nach Instandsetzungsaufwand, wird man einen neuen Anlauf zum Abtransport nehmen.

Hinweis: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, das Rohr sei 62 Meter lang und rund 25 Tonnen schwer gewesen. Der Hersteller hat diese Angaben inzwischen korrigiert.

(red/pol)
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