Eschweiler: Schulleiter der Gesamtschule Waldschule geht in den Ruhestand

Eschweiler: Schulleiter der Gesamtschule Waldschule geht in den Ruhestand

Hinter ihm liegen neun Jahre, in denen sich sein Arbeitsplatz signifikant veränderte. Als Joachim Herzog, der zuvor an der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Aachen-Laurensberg tätig war, 2009 die Gesamtschule Waldschule, wo er das Amt des didaktischen Leiters übernahm, erstmals betrat, fiel ihm nicht zuletzt der rostige Handlauf auf.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Schule im Stadtteil Pumpe-Stich hat ihr Gesicht gewandelt. Durch Baumaßnahmen nach außen, auf Grund von Strukturumgestaltungen aber auch nach innen. Veränderungen, die die Handschrift von Joachim Herzog tragen, der seit 2013 die Schulleitung inne hatte. Diese Periode gehört nun der Vergangenheit an: Im Rahmen einer kurzweiligen Feierstunde wurde Joachim Herzog am Mittwochabend in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich freue mich, hier einige Generationen aktueller, aber auch ehemaliger Schüler dieser Schule zu erblicken“, begrüßte Joachim Herzog die zahlreichen Gäste in der Mensa der Gesamtschule. Ob dies ein Zeichen sei, in Rente zu gehen, ließ der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Schulleiter zunächst offen. Ausschlaggebend sei letztlich aber ein Brief der Bezirksregierung gewesen. Seinen letzten Arbeitstag hatte Joachim Herzog aber auch dazu genutzt, sich 30 Minuten lang in sein Büro zurückzuziehen, um auf neun Jahre als didaktischer Leiter und Schulleiter an der Gesamtschule Waldschule zurückzublicken.

„Die Zeit war erlebnisreich und in Sachen Zusammenarbeit mit der Stadt, deren Verwaltung und der Politik von klaren Worten in beide Richtungen geprägt“, so Joachim Herzog. Viel Geld sei in die Hand genommen worden, um die Infrastruktur der Schule zu verbessern. Der Leitsatz „Wer stehen bleibt, hat wenig Gestaltungsmöglichkeiten“ sei stets Gradmesser gewesen. „Schließlich bietet unser Beruf eine ganze Menge von Gestaltungsspielraum“, betonte der Pädagoge, der allen Mitstreitern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit dankte.

„Ich wünsche der Institution Waldschule, dass sie sich auch in Zukunft weiterentwickeln wird“, schloss der scheidende Schulleiter. Bürgermeister Rudi Bertram unterstrich, dass Joachim Herzog stets für seine Überzeugungen mit ganzer Kraft eingetreten sei: „Bei unseren Gesprächen stand für ihn immer im Vordergrund, das Beste für seine Schüler herauszuholen.“

Klar sei, dass Schule im Allgemeinen immer eine Baustelle darstelle. Der von der „großen“ Politik in der jüngeren Vergangenheit vorgegebene „Wahn des Gesundsparens“ habe negative Spuren hinterlassen. „Allerdings habe ich das Gefühl und die Hoffnung, dass momentan ein Umdenken stattfindet“, so Rudi Bertram, der Joachim Herzog bescheinigte, den Bestand der Gesamtschule Waldschule gesichert und diese zukunftsfähig gemacht zu haben.

Stefan Ludwig, Dezernent bei der Bezirksregierung Köln, wies auf die Größenordnung der Aufgabe hin, die das Amt des Schulleiters mit sich bringe. „Viele Akteure, nämlich Schüler, Lehrer, Eltern, der Schulträger und auch die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde, zerren an ihm. Und tun dies mit aller Kraft oft in entgegengesetzte Richtungen“, so der Dezernent, der kurz darauf Joachim Herzog die Verabschiedungsurkunde überreichte.

Übereinstimmend hoben die Schulsprecher Niclas Harzheim und Felix Kirchvink, der Schulpflegschaftsvorsitzende Ralf Kroyna, Michael Siebert als Vertreter des Fördervereins sowie Johanna Müller als Vorsitzende des Lehrerrats die Fähigkeit von Joachim Herzog hervor, allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft ein offenes Ohr zu schenken und diese in Entscheidungsprozesse einzubinden.

Abschließend ergriff mit Stefan Gerold der nun ehemals stellvertretende Schulleiter das Wort: „Joachim Herzog hat nicht auf Grund von Lautstärke, sondern mit Argumenten überzeugt. Für ihn stand die Weiterentwicklung der Waldschule zu einer Schule für alle Schüler im Vordergrund. Stichwort Inklusion“, so der aktuell kommissarische Schulleiter.

Musikalisch begleitet

Musikalisch gestaltet wurde die Verabschiedung durch die Schüler Jan Andres (Trompete), Torge Jöris (Gesang) und Frederike Riemann (Geige), die von Lehrerin Gisela Freialdenhoven am Klavier unterstützt wurden.

(ran)
Mehr von Aachener Nachrichten