Schützenfest Dürwiß - Auch ohne Majestäten lässt es sich feiern

Schützenfest Dürwiß : Auch ohne Majestäten lässt es sich feiern

Die Dürwißer Schützen krönten aufgrund fehlender Bereitschaft auch in diesem Jahr keine königlichen Hoheiten, doch das Feiern ließen sie sich nicht nehmen. Drei Tage – drei unterschiedliche Feierlichkeiten und das Wetter zeigte seine warme Sonnenseite.

Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Dürwiß feiern mitten in der Schützensaison, die nächsten Feste nahen schon. Ihrem Termin blieben die Dürwißer treu. Um Christi Himmelfahrt nahmen sie die Herausforderung an, bei verlängertem Wochenende und einer Vielzahl an parallelen Veranstaltungen die Gäste auf den Schützenplatz an der Waidmühle zu locken.

Diese knifflige Aufgabe wurde bereits am Donnerstag zu Vatertag gelöst. Während im indestädtischen Süden wohl die Veranstaltung mit dem größten Publikumsandrang gefeiert wurde, ging es auch in Dürwiß musikalisch zu. Doch bevor die lauten Töne erklangen, zelebrierten die Schützen am Morgen die Heilige Messe in der katholischen Kirche St. Bonifatius. Anschließend ging es zum Fassanstich unter den „Riesenschirm“. Umrahmt von Kirmes-Attraktionen musizierte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr als Eisbrecher.

Die Jugend der Kaafsäck schloss sich an, terminlichen Zeitdruck hatten vor allem zwei Musiker von Ihnen. Denn von der Messdienerschaft bei den Schützen ging es auswärts zu einem Auftritt, um dann zurück in die Heimat zu kehren. Die Großen folgten, Dieter Kaltenbach dirigierte, sein Ensemble reagierte und spielte sich mit dem Sommerset abseits des Karnevals durch die Genres. Aus dem Ausland kamen die zwei Niederländer, die das bayrisch anmutende Duo „Power Buam“ bildeten, ehe die Street Kids rockige Töne anschlugen.

Nach dem abendlichen Umzug am Samstag durch den Ort kehrte man zum Schützenball ein. Livemusik boten die Silvercats, kurzfristig konnte noch die Sängerin Alex Sebald, nachdem der eigentliche Überrasschungsshowact abgesprungen war. Sowohl die Sängerin begeisterte, wie einer der federführenden Hände, 1. Brudermeister Peter-Heinz Arnolds, resümierte. Zudem bewertete er die Besucherzahlen als positiv: „Zum Tanzen war es allerdings zu warm.“, gestand er.

Die Ersatz-Majestät? Bei den Dürwißer Schützen trägt zwar keiner die Krone, aber die Schützen feiern ihr Brauchtum  trotzdem ungebändigt. Foto: Manuel Hauck

Während er und sein Team Routine in der Durchführung über alle Tage hinweg zeigten, wurde doch an der ein oder anderen Stellschraube gedreht, um auf die aktuelle Lage zu reagieren und den Besuchern ein schönes Fest zu bieten, wie auch Geschäftsführerin Annette Brandenburg offenbarte.

Bis in die Nacht wurde gefeiert, ehe der Sonntagmorgen abermals mit einer Heiligen Messe begangen wurde. Im Anschluss ehrte man die Gefallen am entsprechenden Denkmal, um auf dem Schützenplatz in die letzten Züge zu gehen. Nach Frühshoppen und Cafeteria stand das Herz des Schützenfests auf dem Programm, der große Festzug mit Paraden an der Festhalle und an der Grundschule. Die Dürwißer Schützen hatten nicht nur die ortsansässige Karnevalsgesellschaft hinter sich. Der Regimentsspielmannszug der Narrengarde musizierte und die Jugendabteilung fuhr auf Fahrrädern, die mit bunten Krepp-Bändern dekoriert waren, vor.

Weitere Musikeinheiten waren: Die Blasmusikanten Gressenich, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler und die Spielmannszüge Blau-Weiß Eschweiler und Reserve Junge und Mädche. Zudem beteiligten sich mehrere befreunde Bruderschaften am Festzug: Stadtmitte, Lohn und Weisweiler machten ihre Aufwartung samt Majestäten, die Dürwiß selber nicht hat.

„In den vergangenen Jahren ist es an der Bereitschaft gescheitert, Schützenkönig zu werden.“, gestand Arnolds die Lage in den eigenen Reihen und ergänzte: „Nichtsdestotrotz beteiligen sich unsere Sportler an Wettkämpfen und das überaus erfolgreich.“ Das tat den Feierlichkeiten keinen Abbruch, selbst zur Siegerehrung des Dorfpokalschießens, an dem zwei Wochen zuvor alle außer die Sportschützen teilnehmen durften, gab es noch eine gesellige Zusammenkunft.

Schießmeister Bernd Kleemann konnte zwar nicht alle Pokale an die Platzierten überreichen, doch freute er sich, dass sich zahlreiche Dorfvereine beteiligt hatten: „Dieses Jahr verzeichneten wir ein Teilnehmerfeld von 210 einzelnen Schützen in 47 Mannschaften.“ Der letzte Ton erklang von DJ Tim (Heitkämper), der das ganze Fest musikalisch begleitet hatte.

(mah)
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