Großes Jubiläumsfest: Schützen von Pumpe feiern 150. Geburtstag

Großes Jubiläumsfest : Schützen von Pumpe feiern 150. Geburtstag

Eine vergleichsweise junge Bruderschaft und doch hat sie schon eine wahre Achterbahnfahrt durchlebt. 150 Jahre wird sie alt, die St.-Barbara- und St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Pumpe-Stich und stellt trotz der für Schützen schwierigen Zeiten ein reichhaltiges Jubiläumsfest auf die Beine.

Phasenweise gab es immer wieder Reisen, die aufwärts, aber auch abwärts führten. Als die Pumpe-Sticher Schutzenbrüderschaft 1869 gegründet wurde, gab es sogar die Pfarrkirche St. Barbara noch nicht. Zweck der Gründung war auch, Gemeindemitglieder bei kirchlichen Festen wie der Kommunion zu unterstützen, denn die hatten mit dem Weg zu St. Peter und Paul in Eschweilers Mitte eine weite Reise vor sich, ehe die Kirche St. Barbara 1906 errichtet wurde.

Das erste Schützenfest brachte einen Erlös von 610 Talern, die damals hohe Summe floss in den Kirchenbauverein. Der Erste und Zweite Weltkrieg waren schwierige Zeiten, das Vereinsleben war nicht mehr so rege. Im Zuge der Besatzung tarnten sich die Schützen als Kirchgänger, um ihren Feierlichkeiten frönen zu können. Die Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg vernichtete dann sämtliche Unterlagen und Uniformen, aber ebenso Kostbarkeiten wie die Königskette, die allesamt in der Pfarrkirche deponiert gewesen waren.

Am Puls der Zeit folgte der Wiederaufbau, man konnte zu altem Glanz zurückkehren und unter anderem auch in den 1950er-Jahren das Bundesschützenfest mit mehreren tausend Teilnehmern feiern. Die goldenen Jahre waren aber die 1960er- und 1970er, als der Schießsport Hochkonjunktur erlebte. Die Pumpe-Sticher zeigten sich mit einer starken Jugendabteilung offen und waren eine der ersten mit einer eigenen Frauen- und Mädchengruppe. Unvergessen waren auch die lustigen Auftritte der Damentanzgruppe an Karneval, Engagements bis nach Köln folgten.

In den 60er und 70er Jahren erlebte die Schützenbruderschaft ihre Blütezeit. Foto: Verein

Lange und schwierige Zeiten waren dann die sich anschließenden Jahrzehnte: Mitgliederrückgang, herausfordernde Kooperationen und Fehlschläge führten fast dazu, dass die Bruderschaft in Zahlungsunfähigkeit geriet. Durch einen Privatkredit von Präses Denis van de Laak, der den Schützen immer wieder und nicht nur monetär zur Seite stand, konnte der Gau abgewendet werden.

Das aktuelle Jahrzehnt begann mit einem großen Knall, man wagte nach einem Zerwürfnis innerhalb der Bruderschaft einen Neustart, verzichtete auf das große Festzelt am Schützenplatz und konzentriert sich mittlerweile auf den Sport an sich, ohne das Brauchtum zu vergessen. Nach sechsjähriger Pause hat die Bruderschaft schließlich wieder einen Schützenkönig, und in diesem Jahr geht man die Modernisierung des eigenen Schützenheims im Padtkohl an. Ein digital automatisierter Schießstand wurde angeschafft und das Grundstück am Schützenheim mit Manpower um einen Park- und Festplatz erweitert.

Starke Schießsportgruppe

Schlaglichter auf die Vereinshistorie warf Oliver Wald, als die Bruderschaft und Gäste kamen, um sich über die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 150. Geburtstag zu informieren. Obwohl mit dem Offizierskorps Nachwuchssorgen herrschen, blickt Wald als 1. Brudermeister stolz auf seine Sportler: „Wir haben eine starke Schießsportgruppe mit mehrfachen Bundesmeistern und Deutschen Meistern.“ Olympisch und weltoffen versteht sich die Bruderschaft und kritisiert, dass manch einmal voreiliges Schubladendenken herrscht. „Was spielt es für eine Rolle, ob jemand dem Christentum, Islam oder gar keiner Religion zugehörig ist? Wir sind ein Verein, auch für Nicht-Christen“, ist sich Wald sicher. Dass sich die Bruderschaft gesamtgesellschaftlich einsetzt, zeigen Spendensammlungen wie für die indestädtische Onkologie oder für Flüchtlinge.

Mit dem Jubiläumsschützenfest am Samstag, 12. Oktober, soll die traditionelle Komponente trotzdem erhalten bleiben. Soviel steht schon jetzt fest. Bei freiem Eintritt und bürgerlichen Preisen bei Speis und Trank wird es in der Mensa der Gesamtschule Live-Musik geben, mit der Mundartgruppe Stabelsjeck und den Sängern Markus Storm und Erwin P. Es wird wieder das traditionelle Königs- und Prinzenpaar proklamiert. Während die Saalverlosung der Caritas-Pflegestation Eschweiler zu Gute kommt, wird die Bruderschaft die Ehrenplakette des Landes NRW verliehen bekommen und langjährige Schützenbrüder werden geehrt.