Bischöfliche Liebfrauenschule: Schüler experimentieren zum Thema Kunststoff

Bischöfliche Liebfrauenschule : Schüler experimentieren zum Thema Kunststoff

Wie Pech und Schwefel: Zumindest hat die 13 kein Pech gebracht und an einem Strang zogen die 13 Jugendlichen auch noch. Bei der Chemie-Forschungswoche kooperierte die Bischöfliche Liebfrauenschule dieses Mal mit zwei Gymnasien aus der Region, um den Schülern praxisnahe Chemie beizubringen.

„Wie stelle ich Kunststoff her?“ lautete die Frage und am Ende gab es sogar einen Sieger. Bevor die Ferien starteten, gaben 13 Jugendliche aus zehnten Jahrgangsstufen noch einmal Vollgas. Schülerinnen und Schüler dreier Gymnasien forschten in der letzten Woche vor den Ferien und fragten sich: „Wie stellen wir einen Kunststoff her, der einerseits in der Produktion rührbar, andererseits als Endprodukt möglichst viskos und dickflüssig ist.“

 Vier von der 13-köpfigen Gruppe nahmen bei der Forschungswoche einen weiteren Schulweg als sonst auf sich. Vom Aachener St. Leonhard-Gymnasium stießen drei und vom Dürener Gymnasium St. Angela ein Schüler auf die Altersgenossen der indestädtischen Schule.

 Theoretische Herleitungen und praktische Experimente wechselten sich bei dem Projekt ab, das fast ausschließlich in den Räumlichkeiten der Liebfrauenschule stattfand. Am Donnerstag besuchte die Gruppe die RWTH Aachen, um zu erfahren, wie Reaktortypen mit dem Schwerpunkt Industrie funktionieren.

Elf von 13 Nachwuchsforscher und die zwei Lehrer, die bei der Chemiewoche an der Liebfrauenschule praxisnah Kunststoff herstellten. Foto: Manuel Hauck

 Durch den Prozess der Veresterung – bei dem durch eine chemische Reaktion aus einer Säure und einem Alkohol das sogenannte Ester gebildet wird – sollten die Jugendlichen Kunststoff herstellen. Während der Produktion sollte der Stoff noch so flüssig sein, dass man ihn leicht rühren kann, während er am Ende möglichst zäh werden sollte.

 Versuche mit Berechnungen wurden angestellt, abseits des Unterrichts fand so ein praxisnaher Bezug mit dem Exkurs zur Universität statt. Zur abschließenden Präsentation der Ergebnisse gesellten sich weitere Lehrer, wohingegen sich die beiden Chemie-Lehrer Jochen Hermanns und André Fischoeder-Bierbaum für die Forschungswoche hauptverantwortlich zeigten.

Am Ende wurden die hergestellten Stoffe auf eine Glasplatte mit Nummerierung mittels Pipette gegeben und die Platte sodann aufrecht gestellt. Versuch Nummer vier war der glückliche Sieger, der am Glas haften blieb. Sichtlich Spaß hatten die Nachwuchsforscher beim Abschluss und sind sich sicher: „Wir wählen Chemie als Leistungskurs.“

Während es für die Teilnehmer mit dieser Entscheidung und nach der Verleihung der Urkunden nun in die heiße Phase des Abiturs geht, animierte Hermanns seine Schützlinge, bei den Jüngeren Werbung zu machen. Begeisterung kam auch vonseiten des St. Leonhard-Gymnasiums, das zum Gegenbesuch im kommenden Jahr einlud.

(mah)
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