Verliebt, verlobt, verheiratet: „Schnapsdaten“ für Hochzeiten sind Samstage

Verliebt, verlobt, verheiratet : „Schnapsdaten“ für Hochzeiten sind Samstage

Verliebte und Verlobte, aufgepasst: Im Jahr 2020 fallen die „Schnapsdaten“ 4.4., 6.6., 8.8., 10.10 und 12.12 jeweils auf einen Samstag. Beliebte Säle in Eschweiler sind noch frei.

Früher trug die Frau ein schwarzes Kleid bei der Hochzeit, das sich auch zu anderen Festen tragen ließ. Als die britische Königin Victoria bei ihrer Hochzeit 1840 zu einem weißen Kleid griff, wurde sie zur Trendsetterin, und im Gegensatz zu vielen anderen Trends beim Heiraten hat sich das weiße Kleid bis heute gehalten.

Wer daher heute in Schwarz heiratet, der heiratet außerhalb der Konventionen – und auch das ist wieder Trend. Hin zum zum Besonderen, Ausgefallenen. Das gilt auch für die Wahl des richtigen Tages: Ein Samstag wäre perfekt – und am besten noch ein besonderes Datum. Das Jahr 2020 bietet da einige sehr gute Daten, denn viele der „Schnapszahlen“ fallen dann auf einen Samstag: der 4. April, der 6. Juni, der 8. August, der 10. Oktober und der 12. Dezember.

Bock auf Barock?

In Eschweiler haben heiratswillige Paare noch Auswahl: Einer der herausragenden Orte ist sicherlich das barocke Wasserschloss Haus Kambach. Mit seiner prachtvollen Magnolie und der romantischen Kulisse ist das Schloss für Hochzeiten geradezu ein Traum. Dort sind auch noch alle genannten Termine frei.

Ein weiterer sehr beliebter Ort ist der Blausteinsee. „Bei uns sind alle genannten Termine bis auf den 12. Dezember schon reserviert“, sagt Marc Lersch, Inhaber des dortigen Restaurants mit Seeblick-Terasse. Auch unabhängig vom Seehaus kann man sich am Blausteinsee standesamtlich trauen lassen. Die Termine für 2020 gibt die Stadt noch in diesem Monat bekannt.

Keine Garantie

Seit 2003 kann auch in dem alten Zisterzienserinnenkloster St. Jöris geheiratet werden. Die Termine für standesamtliche Trauungen werden von der Stadt bekanntgegeben, für private Feiern muss man mindestens zwei Jahre Mitglied des Fördervereins Zisterzienserinnenkloster sein. Wenn man Mitglied ist, steht einer Hochzeit in St. Jöris allerdings auch an den Schnapszahlen nichts mehr im Wege – denn die Termine sind noch frei.

Eine Garantie dafür, dass an den genannten besonderen Samstagen im kommenden Jahr auch Trauungen am Blausteinsee oder im Kloster St. Jöris stattfinden, gibt es allerdings nicht. René Costantini, Leiter des Bürgermeister- und Pressebüros der Stadt Eschweiler, sagt aber: „Wir versuchen, solche Termine zu berücksichtigen.“ Um das Wunschdatum auch zu bekommen, müssen Heiratswillige schnell sein: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, betont Costantini. Erfahrungsgemäß seien diese und ähnliche Termine recht schnell vergeben.

In aller Regel finden an den von der Stadt vorgegebenen Tagen immer mehrere Trauungen statt. Wer es weniger ausgefallen lieber mag, kann sich natürlich auch ganz klassisch im Standesamt trauen lassen. Dafür gibt es festgelegte Zeiten, die auf der Internetseite der Stadt eingesehen werden können. „Sollte ein Brautpaar unbedingt an einem bestimmten Tag heiraten wollen, versuchen wir, auch das möglich zu machen“, betont Costantini. Das gilt auch für das Haus Kambach: Wer dort beispielsweise mittwochs heiraten möchte, der kann mit dem zuständigen Standesbeamten klären, ob dieser nach Kinzweiler kommen kann.

Das Gewöhnliche ist beim Thema Hochzeit allerdings nicht mehr die Regel. Das zeigt nicht nur ein schwarzes Kleid oder die Neigung zu schnapszahlähnlichen Daten: „Der Trend geht immer mehr zu Ambientehochzeiten“, berichtet Costantini. Die Hochzeit beim Standesamt ist im Grunde ein reiner Verwaltungsakt, doch da viele Paare auf eine weitere Trauung verzichten, zum Beispiel eine kirchliche Hochzeit, wird der Termin beim Standesamt immer wichtiger und damit auch aufwendiger. Viele Brautpaare würden sich heutztuage mehr wünschen als einen schlichten Verwaltungsakt in der Amtsstube des Eschweiler Rathauses

Feier mit Schlangen

Doch nicht nur bei der Wahl des Standesamtes werden Hochzeiten immer ausgefallener: DJ, Live-Musik, ob Bands oder Sänger, sind dabei noch eher der Standard. Reinhard Dohmen vom Förderverein Zisterzienserinnenkloster erzählt, dass er sogar schon Schlangenbeschwörer auf Hochzeiten erlebt hat. Marc Lersch vom Blausteinsee stimmt in diesem Punkt aus Erfahrung zu. „Früher waren Hochzeiten ein Fest, heute sind sie ein Event“, betont er. Lichtshows und Feuerwerk hat es am Blausteinsee schon gegeben.

Bei der Planung geht es dabei nicht einmal immer nur um die Wünsche der Brautleute: „Nicht nur für das Brautpaar, sondern auch für jeden Gast muss das Fest etwas Besonderes sein“, resümiert Dohmen. „Weiße Tauben reichen nicht mehr aus.“

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