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Eschweiler: „Schafe auf der Obstwiese“: Biologische Vielfalt soll erhalten bleiben

Eschweiler : „Schafe auf der Obstwiese“: Biologische Vielfalt soll erhalten bleiben

Die Zahl der auf der Welt existierenden biologischen Arten ist unbekannt. Schätzungen variieren zwischen gut drei und mehr als hundert Millionen. Unstrittig ist jedoch, dass die Artenvielfalt stark abnimmt. In NRW werden in diesem Jahr wohl rund 75 Prozent weniger Fluginsekten registriert werden als noch vor 20 Jahren.

Um auf diese besorgniserregende Entwicklung aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2011 bis 2020 zur „UN-Dekade für die biologische Vielfalt“ erklärt. In Deutschland steht dabei vor allem ein Projektwettbewerb im Fokus. Und hier kommt die Arbeitsgemeinschaft „Bildung für nachhaltige Entwicklung e. V.“ (BiNE) Eschweiler ins Spiel.

Die Verantwortlichen des Vereins um den Vorsitzenden Dr. Timo Sachsen und Petra Röllicke betreuen bereits seit 2010 zwei vom Aussterben bedrohte Schafrassen — Ostpreussische Skudden sowie Krainer Steinschafe — auf ebenfalls von der BiNE unterhaltenen Streuobstwiesen im Eschweiler Stadtwald sowie in Alsdorf. Im Rahmen des Projekts „Schafe auf der Obstwiese“ verbinden die Naturschützer den Erhalt von bedrohten Tierarten mit dem Ausbau von wichtigen Streuobstwiesen in der Region. „Schließlich macht der Artenrückgang auch nicht vor Obst und Gemüse halt“, betont Petra Röllicke. Während des Schulfestes der Gesamtschule Waldschule wurde die Initiative der BiNE nun als offizielles Projekt der UN-Dekade ausgezeichnet.

Der stellvertretende Schulleiter Stefan Gerold überreichte die Zertifizierungsurkunde. Wo die Verbindung zwischen der Waldschule und dem Verein liegt? „Während des Waldtages im vergangenen Herbst wurden an der von BiNE betriebenen Apfelpresse erste Kontakte geknüpft“, blickt Biologie-Lehrerin Petra Beckmann zurück. Jetzt nahmen die Verantwortlichen der BiNE nicht nur eine Auszeichnung entgegen, sondern hatten auch eine Kooperationsurkunde für die Waldschule im Gepäck. „Im Herbst werden Schüler bei der Ernte auf den Obstwiesen mit dabei sein.

Für eine Erweiterung der Kooperation sind wir jederzeit offen“, erklärt Röllicke. Als Symbol für die zukünftige Kooperation zwischen der Gesamtschule und den unmittelbar zuvor ausgezeichneten Vertretern von BiNE pflanzten die Waldschüler auf dem Schulgelände einen Apfelbaum. Foto: Andreas Röchter