Zerkall: Rutschig: Acht Radfahrer stürzen in Zerkall

Zerkall: Rutschig: Acht Radfahrer stürzen in Zerkall

Für eine Radpilgergruppe aus Eschweiler ist eine Fahrt nach Heimbach frühzeitig zu Ende gegangen: auf der Brücke zum Nationalparkinfopunkt in Zerkall. Georg Grünheidt schildert die Situation folgendermaßen: Die ersten drei Fahrer konnten die leicht abschüssige Brücke problemlos passieren.

Die vierte Fahrerin musste kurz vor dem Ende der Brücke eine Lenkbewegung machen, weil Fußgänger kamen. Dabei rutschte das Vorderrad nach links weg. Sie stürzte. Die nachfolgenden Fahrer mussten reagieren. Alle sieben stürzten auf die gleiche Weise. „Es gab keine Zusammenstöße”, betont Georg Grünheidt, der in der Gruppe unterwegs war. „Jeder ist ohne Einwirkung eines anderen, nur aufgrund des gefährlichen Untergrundes zu Fall gekommen.”

Einige Pilger trugen leichte Verletzungen davon, einer, der Leiter der Gruppe, habe ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Auch Grünheidt, der sich selbst als geübten und sicheren Fahrer bezeichnet, stürzte. „Ich habe es weiterhin nicht geschafft, mein mit Packtaschen versehenes Rad von der Brücke zu schieben, ohne dabei ins Rutschen zu kommen.” Nun hat hat er einen zweiseitigen Brief verfasst, um Verwaltung und Nationalpark über die Gefahr zu informieren.

Reinigung einmal pro Jahr

Der Polizei sowie der zuständigen Gemeinde Hürtgenwald - die sich auch bei den Mitarbeitern des Infopunktes kundig gemacht hat - sind keine weiteren Stürze bekannt. „Wir reinigen die Brücke regelmäßig und einmal pro Jahr wird sie aufgeraut”, sagt Stefan Grießhaber, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Damit sieht er der Verkehrssicherungspflicht genüge getan. Ein Verbotsschild für Radfahrer werde die Gemeinde nicht anbringen.

Schon jetzt warnt ein Schild „Vorsicht bei Nässe, Rutschgefahr” Radfahrer und Fußgänger an beiden Seiten der Brücke. In Grünheidts Augen haben die Verantwortlichen sich damit „aus der Haftung gestohlen.” So, wie die Brücke gebaut sei, sei sei sie bei Nässe niemals sicher zu benutzen. „Regen lässt das Holz aufquellen und macht es glatt wie Schmierseife”, schreibt er. Er sieht die Probleme im Material Holz, in der diagonalen Anbringunge der Planken und in der Steigung. Seine Gruppe will die Brücke nicht mehr benutzen und stattdessen auf die Bergsteiner Straße ausweichen.

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