Rudi Bertram sieht andere Prognose für Eschweiler Einwohnerzahl

Prognose über sinkende Einwohnerzahlen : Bürgermeister Bertram ist vom Wachstum seiner Stadt überzeugt

Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hat in dieser Woche die Bevölkerungsentwicklung bis 2040 präsentiert. Eschweilers Einwohnerzahl würde demnach sinken. Bürgermeister Rudi Bertram stellt sich dieser Prognose entgegen. Er geht weiterhin davon aus, dass seine Stadt nicht schrumpft.

Hintergrund ist die Diskrepanz zwischen den zugrunde liegenden Zahlen, die Bertram zufolge existiere. „Die Entwicklung basiert auf dem Zensus“, erklärt er. Die genannte Einwohnerzahl von 2018 liegt laut der Statistik bei 56.207, nach dem bereinigten Zensus sind es 56.385 Einwohner für das vergangene Jahr. Die tatsächlichen Einwohnerzahlen sähen allerdings anders aus. Bertram sagt: „Der aktuelle Stand liegt bei 58.660 Einwohnern, von denen 57.628 ihren Erstwohnsitz in der Indestadt haben.“

Das seien die Zahlen, die vom Einwohnermeldeamt stammen. „Die sind unsere Basis.“ Deshalb ist Bertram auch nach wie vor davon überzeugt, dass Eschweiler in Zukunft eine wachsende Stadt sein wird. Das macht der Bürgermeister zum Beispiel an den Neubaugebieten fest, aber auch am wachsenden sozialen Wohnungsbau.

In der Prognose von IT.NRW nahmen besonders die Zahlen der unter Sechsjährigen ab. Dem will Bertram entgegenwirken, indem in Zukunft mehr Kindergärten gebaut werden. Das sei auch in der Vergangenheit schon so gewesen. Zudem werden die Kitas beitragsfrei. „Wir haben Zulauf aus der Umgebung“, betont Bertram.

Eine Gruppe, die nicht nur in Eschweiler größer wird, ist die der Menschen über 65. Das sei klassischer demografischer Wandel, sagt der Bürgermeister. Doch für diese Menschen gebe es in der Indestadt ein breites Angebot an Betreuungs- und Wohnmöglichkeiten. Eschweiler habe sogar eine Überversorgung von Altenheimplätzen. „In diesem Segment sind wir also vorbereitet“, sagt Bertram. Ein Ziel ist die weitere Ansiedlung von Arbeitsplätzen, wie es auch durch die Errichtung von weiteren Pflegeeinrichtungen für Senioren passieren würde. Bertram findet: „Das ist wichtig, denn die Leute ziehen in der Regel dahin, wo sie arbeiten.“

Für das prognostizierte Stolberger Wachstum hat er auch eine Erklärung, wenn auch nicht ganz ernst gemeint und nicht bewiesen: Da es in Eschweiler keine Geburtenklinik mehr gibt, gehen viele zur Entbindung nach Stolberg. Wer dort sein Kind zur Welt bringe, müsse es ja auch erst mal dort anmelden, selbst, wenn es später umgemeldet werde. Das Fazit der Stadt zur Prognose lautet also: „Wir stellen die Zahlen nicht infrage, aber die tatsächlichen Zahlen sehen ein bisschen anders aus.“

Aber auch die ältere Generation ist mit vielen Altenheimen mehr als gut versorgt. Foto: ZVA/Caroline Niehus