Eschweiler: Rolf Klotz: „Bilder, die Freude bereiten“

Eschweiler: Rolf Klotz: „Bilder, die Freude bereiten“

„Bilder, die Freude bereiten“, malt Rolf Klotz seit über 30 Jahren. Freude bereitete er jetzt bei einem Atelierbesuch des Eschweiler Kulturkreises, und das nicht nur mit seinen Bildern, denn der Eschweiler Künstler ist auch ein begnadeter Erzähler. „Bilder, die Freude bereiten“ ist der Wahlspruch von Rolf Klotz.

Seine Werke sollen gefallen. Ein Bild, das die Betrachter nicht verstehen — vom Herzen her spontan verstehen — ist für ihn kein gutes Bild. Das Interesse des Publikum ist seine Antriebsfeder, und dieses Interesse war von Anfang an da. Von seiner ersten Ausstellung, so erzählte er am Donnerstag den Besucherinnen, habe er kein einziges Stück wieder mit nach Hause genommen: Alles traf den Geschmack der Besucher. Und so malt er auch heute schemenhafte Engel, er malt Paare, die sich begegnen und finden, gern als gesichtslose schmale Silhouetten. Manchmal trägt er die Ölfarbe dick auf, in immer neuen Schichten, er kratzt, schabt, spachtelt, wischt Altes fort. Die Veränderungen lassen das Bild lebendig werden.

Seine Bilder berichten von seinen Idealen, seinen Erinnerungen, seinen Reisen. Aber wenn sein selbst gewähltes Programm heißt, Bilder zu malen, die Freude bereiten, dann weiß Rolf Klotz nur allzu gut, dass er sich damit auch einschränkt. Das Finstere, Bedrohliche, Abgründige schließt er aus — meistens. Manchmal findet man es doch in seinen Werken, und diese Bilder gehören dann zu seinen Besten.

Anekdoten- und pointenreich

Die Fragen nach seinen Bildern, nach seinem Werdegang, seiner Maltechnik wehrt er zunächst ab, schließlich sprechen die Werke für sich: „Was soll ich da groß erzählen?“ Aber dann erzählt er, gedrängt von Marlene und Jürgen von Wolff, den Leitern des Eschweiler Kulturkreises, doch, und das ist ein Glück. Denn Klotz redet über Kunst nicht in abgehobenen Sphären, sondern erzählt anekdoten- und pointenreich aus seinem Leben.

Er nimmt da kein Blatt vor den Mund. Wenn er berichtet, wie er gemeinsam mit anderen Kindern belgischen Soldaten Zigaretten geklaut hat, werden die Nachkriegsjahre in Dürwiß lebendig, und die 70er Jahre leben auf in seinen Schilderungen eines Rom- besuchs, als Betreuer einer Schulklasse. Wie da die Mädchen im Bikini auf dem Balkon des Hotels direkt am Vatikan saßen, während unten auf dem Petersplatz irgend eine sehr katholische Feier stattfand — Klotz kostet die Situationskomik genüsslich aus. Aber mit der gleichen Begeisterung und dem gleichen Witz kann er erklären, wie eine Radierung entsteht, und worauf man als Künstler da zu achten hat. Viel Beifall und herzliche Dankesworte gab es bei dem Atelierbesuch.

Der Kulturkreis Eschweiler, gegründet und geleitet von Marlene und Jürgen von Wolff, bietet ein Kulturprogramm, bei dem die Teilnehmer auch etwas hinter die Kulissen schauen können: „Der Grundgedanke dieses Kreises ist, die Fülle der Kultur in Eschweiler und in der näheren Umgebung nicht nur zu konsumieren, sondern bewusst zu erleben.“ Atelierbesuche bei Malern und Bildhauern sind nur ein Aspekt. Die Gruppe besucht Konzerte, Kunstausstellungen, Theateraufführungen, oft mit Gesprächen hinter der Bühne. Aber auch eine Besichtigung des Dürwisser Karnevalsmuseums stand schon auf dem Programm.

Bis vor wenigen Wochen war der Kulturkreis in das Programm der Eschweiler Volkshochschule eingebettet. Jetzt hat man sich getrennt. „Der Kreis ist inzwischen groß genug, um auf eigenen Beinen zu stehen“, sagt der Leiter der Volkshochschule Hans-Werner Schmidt.

Über 20 Teilnehmer gibt es inzwischen regelmäßig. Die von Wolffs sehen das ähnlich. Mit der Eigenständigkeit gewinnt man einerseits mehr Unabhängigkeit bei der finanziellen Planung — der von der VHS gesetzte Rahmen hatte mit zur Trennung beigetragen. Andererseits liegen Organisation und Anmeldung nun bei dem Kulturkreis selber, das bringt natürlich Mehrarbeit.

Ausflug nach Brügge

Die nächsten Veranstaltungen: Am Samstag, 27. April um 20 Uhr ein Besuch im „Das da“-Theater Aachen, Liebigstraße 9. „Träume aus Licht II“ heißt das Programm. Am Montag, 13. Mai, wird um 14.30 Uhr die Diözesan-Bibliothek des Bistums in Aachen, Mozart-straße 7, besichtigt: Buchschätze aus acht Jahrhunderten. Und am 19. Juni geht es mit dem Zug in die idyllische belgische Stadt Brügge.

Anmeldungen nehmen Marlene und Jürgen von Wolff, Telefon 02403/27283 und Telefon 0170/ 8838995, und per E-Mail: tonkugel@t-online.de entgegen.

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