Fußball-Kreisliga-A: Rhenania Lohn verspielt die eigene Hoffnung

Fußball-Kreisliga-A : Rhenania Lohn verspielt die eigene Hoffnung

Das Spiel am Sonntag in Titz ist das letzte der Fußballsaison in der A-Liga, und weil es für Rhenania Lohn sportlich um nichts mehr geht, bezeichnet Nicolas Mürkens diese Partie als „langweilig“. Den jungen Geschäftsführer und Mann für so vieles bei der Rhenania wurmt es, dass er das so sagt.

Denn der 21-Jährige, die Mannschaft, der Verein hatten insgeheim gehofft, dass die morgige Partie spannender oder angenehmer wird – im besten Fall wäre der zweite Platz besiegelt und die Rhenania aufgestiegen. Wäre. Je nach Ausgang des letzten Spieltags landen die Lohner nun auf Rang vier oder fünf.

Mürkens ärgert der Tabellenstand, weil er eigentlich die längste Zeit der Spielzeit die Hoffnung auf den Aufstieg genährt habe. „Wir waren drei Viertel der Saison in der Nähe der Aufstiegsplätze und haben uns das Ganze durch wenige Spiele kaputt gemacht“, sagt Mürkens. „Ich hatte den Eindruck, die Mannschaft war nicht abgewichst genug.“ Individuelle Fehler hätten insbesondere in den vergangenen drei Monaten dazu geführt, dass Lohn sich seine gute Ausgangslage verspielt hat. Speziell einige Platzverweise, betont Mürkens.

Die fehlende Disziplin lässt sich auch in einer Statistik nachlesen: In der Fairnesstabelle des Onlineportals Fussball.de steht Lohn auf Platz zwölf von 16 mit 64 Gelben, zwei Gelb-Roten und vier Roten Karten. Nach Ederen und der SG TSV Düren (je sechs Rote) hat Lohn die drittmeisten direkten Platzverweise kassiert. Zeitweise waren drei Spieler gleichzeitig gesperrt. Dieses Manko hatte auch Trainer Moses Sichone im April stark kritisiert, der damals schon das Wunschziel Platz zwei in Gefahr sah. Und er sollte Recht behalten. Seit dem 6:3 gegen den SC Merzenich am 23. Spieltag holte Lohn nur vier Punkte – der Abstand auf Rang zwei liegt daher vor dem Abschluss am Sonntag bei 22 Punkten.

Bitter: Gegen Vossenack/Hürtgen trat die Mannschaft aus Spielermangel nicht an, und mit einer Notbesetzung setzte es gegen den Zweiten und Aufsteiger TSV Düren eine 1:10-Pleite. Die hohe Niederlage aus vielerlei Gründen (Sperren, Verletzungen, Absagen aus privaten Gründen) will Mürkens aber nicht zu hoch hängen oder gar als Sinnbild für den Saisonverlauf sehen.

Die Saison ist abgehakt für die Lohner, die als Aufsteiger in die A-Liga-Saison im Kreis Düren gestartet sind. Und 2020, das Jahr, in dem die Rhenania ihren 100. feiert? Zum Jubiläum hofft der Verein, in der Bezirksliga zu spielen. Betonung auf: hoffen. Denn Mürkens betont ausdrücklich: „Ziele und Wünsche sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Diese Saison stand schon unter dem Motto: ,Alles kann, nichts muss’.“

Wie in der morgen endenden Spielzeit will die Rhenania 2019/20 zu den vier besten Teams zählen. „Wir formen eine Mannschaft, die wieder dazu in der Lage ist. Wir haben auch bewusst nach neuen, erfahrenen Spielern gesucht“, sagt Mürkens, der bereits fünf Neuzugänge namentlich nennen kann. Und es würden weitere Transfers folgen, auch von Spielern, die bereits in höheren Ligen gespielt haben – für Vollzugsmeldungen sei es jedoch noch zu früh.

Zur Rhenania stoßen: Abwehrspieler Marius Mürkens (19 Jahre, vorher Sportfreunde Hehlrath), Fortuna Tino Badidila vom Mittelrheinligisten VfL Vichttal (33, ebenfalls Abwehr), jeweils vom Ligakonkurrenten SC Jülich Edrit Dervishi (28, Mittelfeld) und Abas Chahrour (24, Sturm) und der vereinslose Mohamed Amghar (21, Mittelfeld, davor Jugend Alemannia Aachen). Das Trainerteam erweitert Torwarttrainer Dirk Räder (SC Jülich). Stand jetzt, sagt Nicolas Mürkens, stehe Moses Sichone, der das Team im Dezember übernommen hat, auch in der neuen Spielzeit an der Seitenlinie.

Hat eine turbulente erste Saison als Geschäftsführer hinter sich: der 21-jährige Nicolas Mürkens. Foto: Manuel Hauck
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