Eschweiler: Regierungspräsidentin Walsken: „Jeder Cent ist bestens angelegt”

Eschweiler: Regierungspräsidentin Walsken: „Jeder Cent ist bestens angelegt”

„Die Erich-Kästner-Schule hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Vorzeigeobjekt entwickelt.” Städteregionsrat Helmut Etschenberg sparte nicht mit Vorschussloorbeeren, als er am Donnerstagmittag Regierungspräsidentin Gisela Walsken in den neuen Räumen des Schulgebäudes an der Wilhelminenstraße begrüßte.

Die Sozialdemokratin machte während ihrer Rundreise durch die Region, bei der sie sich über die Umsetzung von Projekten, die mit Hilfe des Konjunkturpaketes II realisiert werden konnten, informierte, auch in der Inde-stadt Station. Und fand in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache ein Beispiel, wie die zur Verfügung gestellten Geldmittel sowohl in Sachen Baumaßnahmen als auch zur Erweiterung des Förderangebotes genutzt werden können.

„Als Schulträger haben wir uns umgehend dazu bekannt, hier zu investieren”, erinnerte Helmut Etschenberg an den Spätsommer 2009, als die Bauarbeiten für die Offene Ganztagsschule der in unmittelbarer Nähe des Stadtwaldes gelegenen Förderschule begannen.

„Wir Lehrer hatten schon lange die Vision, hier eine Ganztagsschule zu errichten und damit für die Kinder ein sprachförderndes Umfeld zu schaffen, das nicht am Mittag endet”, erklärte Brigitte Kaltwasser, die seit dem 1. August als Schulleiterin fungiert. Die Umsetzung des Traumes habe sich jedoch als schwierig erwiesen. Bis das Konjunkturpaket II aufgelegt wurde.

„Dieses Investitionsprogramm brachte der Städteregion Zuschüsse in Höhe von 4,2 Millionen Euro ein. Davon entfielen letzlich 1,4 Millionen auf das Projekt Erich-Kästner-Schule”, nannte Uwe Zink, Dezernent für Bauen, Umwelt und Verbraucherschutz der Städteregion, Zahlen. Geld, von dem die Schule in jeder Hinsicht sehr profitiert habe. „Der überdachte Übergang als optisches Bindeglied zwischen dem ursprünglichen Schulgebäude und dem Neubau symbolisiert die Verzahnung von Schule und OGS”, so Brigitte Kaltwasser.

Die Offene Ganztagsschule sei ein fest verankerter Teil des Schulkonzeptes. „In den vier sowohl ästhetisch als auch funktional gelungenen Räumen werden an jedem Nachmittag bis 17 Uhr insgesamt 48 Kinder in vier Gruppen à zwölf Schülern betreut”, machte die Schulleiterin deutlich. Dabei seien die Nachmittage klar strukturiert. Nach einem warmen Mittagessen für die Kinder gehen auch die Lehrer in die OGS, um dort gemeinsam mit den Sozialpädagogen die Schüler bei den Hausaufgaben zu unterstützen und im Unterricht erlerntes zu vertiefen.

Darüber hinaus können die Schüler in diesem Schuljahr aus 27 Kursen mit unterschiedlichsten Themen wählen. Das Angebot reicht von Musik über kreatives Gestalten bis hin zu Sport. Doch auch Deutsch oder Mathematik stehen auf dem Programm. Ebenso besteht die Möglichkeit zur Sprachtherapie, sei es für einzelne Schüler oder in kleinen Gruppen. „Die OGS ist eindeutig eine Bereicherung, eine Vertiefung unserer Arbeit”, ist Brigitte Kaltwasser überzeugt.

Wichtiger Bestandteil des Konzepts sei auch, dass die Grundschulzeit der Kinder an der Erich-Kästner-Schule auf fünf Jahre ausgedehnt ist. „Dies gibt uns ein Jahr mehr Zeit, den Lese- und Schreiblehrgang bei den Schülern umzusetzen”, so die Pädagogin. Was jedoch nicht bedeute, dass die Kinder grundsätzlich diese Zeitspanne an der Förderschule für Sprache verbrächten. „Zahlreiche Schüler verlassen uns nach dem zweiten Jahr, um anschließend eine Regelgrundschule zu besuchen. Deshalb findet der Unterricht auch nach Grundschulrichtlinien statt”, berichtete mit Karin Assmann die stellvertretende Schulleiterin.

Regierunspräsidentin Gisela Walsken hörte genau wie Helmut Etschenberg während des Rundgangs durch den Neubau nicht nur interessiert zu, sondern stellte auch Fragen. Etwa, in wie weit die Eltern in die Schularbeit einbezogen werden? „Unter anderem mit Elternseminaren”, so die Antwort von Brigitte Kaltwasser. „Darin kommen unter anderem Themen wie der sinnvolle Fernsehkonsum für Kinder, aber auch das Einhalten von Regeln oder das Heranführen an Bücher zur Sprache.”

Insgesamt 114 Kinder aus Eschweiler, Stolberg und vereinzelt aus Alsdorf werden derzeit an der Erich-Kästner-Schule unterrichtet, knapp die Hälfte besucht also die OGS. „Und einige Kinder stehen auf der Warteliste”, bestätigt Brigitte Kaltwasser das rege Interesse.

Das Fazit der Regierungspräsidentin und des Städteregionsrates fiel mehr als positiv aus: „Die Kinder sind hier sehr gut aufgehoben. Sie wirken lebendig und bei keinem Schüler ist Frust erkennbar”, so Helmut Etschenberg. Dies unterstrich auch Gisela Walsken. „Die farbenfrohe Gestaltung der Räume ist signifikant für das Klima. Ich war selten so überzeugt, dass Steuergelder gut angelegt sind.”

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