Eschweiler: Rat entscheidet über Spielgeräte für Kinzweiler Grundschule

Eschweiler : Rat entscheidet über Spielgeräte für Kinzweiler Grundschule

Wenn ich die Grundschule Kinzweiler besuche, dann gleicht dies einer Reise in die Vergangenheit. Als Kind spielte ich dort — in den Pausen und manchmal auch nach der Schule. Besonders einladend war die karge Asphaltfläche jedoch nie.

Viele Jahre später kommen Erinnerungen hoch, denn die inzwischen etwas verblichenen Markierungen auf dem Boden sind immer noch vorhanden. Und der monoton graue Untergrund. Daran soll sich nun etwas ändern: Schulleiterin Ingeborg Lingens plant eine Umgestaltung und hofft auf Unterstützung der Stadt.

Schulamtsleiterin Petra Seeger steht dieser Idee grundsätzlich offen gegenüber: „Es ist sicherlich so, dass manche Schulhöfe attraktiver gestaltet werden können und auch sollten.“ Eine jährliche Summe steht dafür jedoch nicht im städtischen Haushalt bereit. Jede einzelne Maßnahme muss von der Schule beantragt werden, über die Finanzierung entscheidet der Stadtrat bei den Etatberatungen.

In Zeiten des Haushaltssicherungskonzeptes war an solche Zuschüsse jedoch kaum zu denken: Ist nicht die Sicherheit der Kinder gefährdet, gilt die neue Gestaltung des Schulhofes als freiwillige Ausgabe — und diese waren streng begrenzt.

Inzwischen hat die Stadt jedoch etwas finanziellen Spielraum gewonnen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alles bezahlt werden kann. In der Vergangenheit war es üblich, dass auch Sponsoren und Fördervereine von Schulen beteiligt wurden. Es wurde Geld bei Schulfesten, beim „Sponsored-Run“ oder zu anderen Gelegenheiten gesammelt. Auch die Kinzweiler Schulleiterin plant, den Förderverein einzubinden. Etwa 100 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem einmal ein Klettergerüst mit Rutsche und mehr stehen soll. „Wir haben eine Firma gefunden, die uns den Sand spendet“, sagt Ingeborg Lingens. In Kürze will sie einen Antrag bei der Stadt stellen.

Spielgeräte an Schulen sind nicht zu vergleichen mit den Pendants in den privaten Gärten. „Sie müssen entsprechend robust sein und den Sicherheitsstandards entsprechen“, sagt Amtsleiterin Petra Seeger. Eine genaue Summe gibt es für das Ansonnen in Kinzweiler noch nicht, jedoch geht man im Rathaus davon aus, dass über 10.000 Euro für ein solches Spielgerät zu zahlen seien.

Hinzu kommen die Kosten für den Bau und die Herrichtung des Untergrunds. Über solche Summen entscheidet der Rat. Schafft es eine Schule, genug Geld für eine solche Anschaffung zu sammeln, müssen die Bauschritte dennoch mit der Stadt abgeklärt werden. Auch eine technische Überprüfung muss erfolgen, ehe die ersten Kinder darauf klettern können.

Andere Grundschulen stehen vor einer ähnlichen Situation wie in Kinzweiler. Ein neues Spielgerät in Weisweiler ist vorgesehen. Allerdings befand sich dort bereits ein Klettergerüst, dass jedoch in die Jahre gekommen war und abgerissen werden musste. Wie Petra Seeger bestätigt, soll im kommenden Jahr Ersatz beschafft werden. Auch der Hof der Karlschule soll in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Eschweiler-West aufgewertet werden. „Es ist sinnvoll, auf den Schulhöfen Bewegungsangebote zu installieren, da sie schließlich an Nachmittagen als Spielfläche genutzt werden dürfen“, sagt Petra Seeger.

Tollen nach Kopfarbeit

Für Ingeborg Lingens hat die Gestaltung eines Schulhofs eine hohe Bedeutung: „Kinder wollen ihren Bewegungsdrang ausleben“, betont sie. Dies bedeutet, dass nach anstrengender Kopfarbeit in Mathe, Deutsch und Englisch auch getollt werden darf. Bisher stehen dafür zwei kleinere Stahltore und eine Kletterwand auf dem Kinzweiler Schulhof bereit. Ansonsten hat sich seit dem Bau der Grundschule in den 70er Jahren nicht viel getan. Noch nicht.

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