Eschweiler: Rasenmähen gegen die Not in Afrikas Süden

Eschweiler: Rasenmähen gegen die Not in Afrikas Süden

Erntedank, 50-jähriges Bestehen der Gemeinde und zur Krönung die Taufe eines jungen Menschen zur Aufnahme in die Gemeinschaft: Die Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler-Dürwiß hatten am gestrigen Sonntag gleich mehrfachen Grund zur Freude.

Und diese brachten sie während eines Familiengottesdienstes, der unter der Überschrift „Wenn das Brot, das wir teilen ...” stand, in der vollbesetzten Dürwisser Kreuzkirche auch zum Ausdruck.

Fröhlich, musikalisch beschwingt, dankbar, aber auch nachdenklich, denn nicht verschwiegen wurde die Tatsache, dass es vielen Menschen auf der Welt selbst am Nötigsten, der Nahrung, mangelt. So stand der Gottesdienst auch im Zeichen der Hilfe für Menschen in Sambia und im gesamten Osten Afrikas.

Superintendent zu Gast

„Das Brot zu teilen ist etwas, was Jesus von uns erwartet”, begrüßte Pfarrer Wolfgang Theiler seine Zuhörer, darunter mit Jens Sannig den Superintendenten des Kirchenkreises Jülich. Denn auch der Helfende profitiere von seinen Taten. „Brot, das wir teilen, macht uns satt. Leid, das wir lindern, macht uns glücklich”, so der evangelische Geistliche.

Anschließend gehörte die Aufmerksamkeit den Konfirmanden der Gemeinde, die sich in den kommenden Wochen sehr intensiv mit der Not der Kinder in Sambia beschäftigen werden und sich deshalb der „Kindernothilfe”, die ihren Sitz in Duisburg hat, angeschlossen haben. In dem Land im Süden Afrikas können viele Kinder keine Schule besuchen, da sie bereits in jungen Jahren arbeiten müssen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Um diese Not zu lindern bieten die Konfirmanden der Gemeinde Weisweiler-Dürwiß bis zum 22. Oktober Dienstleistungen wie Einkaufen, Fensterputzen oder Rasenmähen an. Die Einnahmen kommen der „Kindernothilfe” zugute.

Wohlstand ungleich verteilt

Auf das Ungleichgewicht in Sachen Wohlstand wies auch Superintendent Jens Sannig hin. „Wir feiern Erntedank an einem reich gedeckten Tisch, die Menschen in Ostafrika hungern.” Deshalb sei es an uns, dankbar gerade für Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf zu sein. Dinge, die uns selbstverstüändlich erscheinen, es aber nicht sind. „Es gibt Menschen, die nichts ernten können und für die dies hungern bedeutet. Das kann uns als Christen nicht egal sein!”, machte er deutlich. Herbe Kritik äußerte er an Anlagegeschäften mit Nahrungsmitteln. „Menschen spekulieren darauf, dass Preise für Lebensmittel steigen oder fallen. Für die Wetter ist dies lukrativ, für die Menschen in Afrika immer ein Verlustgeschäft.”

Nach dem Glaubensbekenntnis und der Taufe eines neuen Gemeindemitgliedes überbrachte Pfarrer Dieter Sommer die Jubiläums-Glückwünsche der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler: „Es ist eine große Gabe, sich ganz auf das Wort Gottes zu verlassen. Wer dies kann, wird auf die Dinge aufmerksam, die Gott uns gibt”, gab er den Gläubigen mit auf den Weg, bevor zum Abendmahl Brot und Trauben ausgeteilt wurden.

Abschließend stimmte die Gemeinde, von Pfarrer Wolfgang Theiler an der Gitarre begleitet, das Lied „Geh mit Gott” („Vai com Deus”) an, um nach dem Gottesdienst noch einige Stunden gemeinsam zu verbringen.