Kitas für die Zukunft rüsten: Randzeitbetreuung soll kein Randthema sein

Kitas für die Zukunft rüsten : Randzeitbetreuung soll kein Randthema sein

Die Netzwerkstellenkoordinatorin von „KitaPlus“ für Eschweiler traf sich mit Erziehern aus der ganzen Indestadt, Vertretern des Jobcenters, der Tagespflege, von Trägern und des Elternbeirats, um zu ermitteln welche Probleme sie noch in der Kinderbetreuung in der Stadt sehen und wie man sich erfolgreich für die Zukunft rüsten kann.

Aus dem Praxisdialog ist ein Fachtag geworden, stellte Latifa Laghribi am Ende von langen, aber produktiven Diskussionen fest.

„Eschweiler ist flächendeckend gut vertreten, aber die Lücke ist weiterhin die Randzeitbetreuung“, stellte Laghribi abschließend fest. Für Kinder, die besonders früh betreut werden müssen oder erst am Abend abgeholt werden können, müsse man individuelle Lösungen finden.

Dazu gehöre auch, dass die Kindertagesstätten und Tagespfleger enger zusammenarbeiten. Einige Kitas könnten sich zudem auf längere Betreuungszeiten spezialisieren. Wichtig sei jedoch, dass die Angebote stets nachfrageorientiert sind. Basis dafür war eine Bedarfsabfrage unter 2800 Familien, die Laghribi an Eschweiler Kitas durchführte. Die Abfrage zeigte, dass die Bedürfnisse für individuelle Lösungen deutlich gestiegen sind, was dann auch zur Veranstaltung des Praxistags veranlasste.

Das Bundesprogramm „KitaPlus“, für das Laghribi arbeitet, wurde ins Leben gerufen, um den Kitas eine engere Kommunikation zu ermöglichen und zu helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Anne Schumacher erläuterte den Erziehern zum Auftakt des Praxistags die „Chancen der flexiblen Kinderbetreuung und das Bundesprogramm „KitaPlus“. In mehreren Praxisbeispielen wurden verschiedene Modelle durchgesprochen, die Ergebnisse wurden dann auf einem großen Plakat festgehalten und abschließend diskutiert. Mit einem Workshop wurden Rahmenbedingungen für mögliche Testphasen der „individuellen Sozialräume“, wie Laghribi benannte, erarbeitet, wobei die Erzieher auch klarmachten, dass sie den Staat finanziell in der Pflicht sehen, mehr Personal zur Verfügung zu stellen.

Der größte Kritikpunkt blieb eben jener Personalmangel. „Die Bereitschaft in Eschweiler ist da, das zeigt auch die hohe Teilnahmebereitschaft heute“, betonte Laghribi, „aber ohne größere Unterstützung können wir die nötigen Rahmenbedingungen nicht schaffen.“ Eine zentrale Anlaufstelle soll geschaffen werden, um den Kitas auch dabei zu helfen, mit bestehenden Modellen individuelle Lösungen umsetzen zu können, forderte sie.

„Neben dem quantitativen Ausbau muss der Blick auch der Qualität gelten“, ergänzte Olaf Tümmler, Abteilungsleiter für Kinder- und Jugendförderung es Jugendamtes der Stadt Eschweiler. Dafür müsse man aber aus der praktischen Arbeit lernen. Die Ergebnisse des Tages sollen deshalb der Politik übergeben werden, um klarzumachen, wie die Kitas in Eschweiler zukunftsfit werden können.

(cheb)
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