Eschweiler: Poldi trifft - und der Marktplatz brodelt

Eschweiler : Poldi trifft - und der Marktplatz brodelt

„Loooos, jetzt schieß doch endlich!” - diesen Satz hörte man am vergangenen Sonntag mehr als oft. Zittern, Bangen und Hoffen war angesagt, denn das dritte Spiel unserer Nationalelf gegen Dänemark war wirklich nichts für schwache Nerven.

Da tut es doch gut, wenn man nicht alleine ist mit seiner Sorge, unsere Jungs könnten den Einzug ins Viertelfinale der Europameisterschaft verpassen. Ist es nicht schöner, gemeinsam mit zu fiebern und Poldi, Müller und Co. anzufeuern? Das dachten sich auch tausende Inde­städter, die sich zum „Public Viewing” des Spiels der deutschen Nationalmannschaft auf dem Marktplatz versammelten.

Tickets für die Spiele der EM ergattert nicht jeder, doch auf das gemeinsame Erleben der Spiele wollen die meisten Fußballfans spätestens seit der Weltmeisterschaft 2006 nicht mehr verzichten.

In Schwarz-Rot-Gold gehüllt

Aus diesem Grund zieht es kleine und große Fans zu den Spielen der deutschen Mannschaft auf den Marktplatz. Ihr Erkennungszeichen: mindestens ein Fanartikel in den Farben schwarz, rot und gold. Ob ausgefallener Federschmuck, exotische Hawaiiketten, süße Herz-Ohrringe, Schals, Perücken oder übergroße Hüte - der Gestaltung der Fanausrüstung sind keine Grenzen gesetzt.

Dadurch wird in so manchen Fußball-Anhängern die kreative Ader geweckt: Schon vor Beginn der EM basteln sie fleißig an ihrer „Deutschland-Ausstattung”, besprühen Federn, Fahnen und T-Shirts. Ein paar Indestädter hatten sich sogar die Haare in den Nationalfarben gefärbt - das muss Liebe sein!

An und vor den zahlreichen Gaststätten angekommen, wurden auch schon die ersten Lieder angestimmt. „Deutschlaaaand, Deutschlaaaand” und „Humba Täterä”, tönte es aus jeder Ecke, dazu wurde getrommelt, gerasselt und gejubelt wie verrückt. Schon in der 19. Minute kochte die ohnehin schon tolle Stimmung hoch, als Lukas Podolski den Führungstreffer erzielte.

Das schwarz-rot-goldene Meer tobte vor Freude, buntes Konfetti schoss in die Luft, die Vuvuzelas dröhnten und jeder wurde umarmt und geküsst. „Egal, ob man sich kennt, oder nicht - das Gemeinschaftsgefühl hier auf dem Markt ist einfach unbeschreiblich”, freuten sich die Fans.

Doch schon fünf Minuten später begann die Zitterpartie: Dänemarks Spieler Michael Krohn-Dehli besorgte den Ausgleich in der 24. Minute. Gebannt verfolgten die treuen Fans das Spiel ihrer Lieblingsmannschaft, manch einer schien sogar Stoßgebete Richtung Himmel zu schicken - scheinbar erfolgreich, denn mit dem Siegtor zum 2:1 zehn Minuten vor Schluss beendete dann ausgerechnet Ersatzmann Lars Bender die quälende Ungewissheit. Mit seinem Tor für die DFB-Elf erlöste der Leverkusener die Eschweiler Fußballfans und zerstreute endgültig letzte Zweifel an einem Viertelfinaleinzug.

Es „löwt” gut

Am Ende waren sich alle sicher: Es „löwt” gut für Jogis Jungs! Anschließend wurde dann natürlich gemeinsam auf den Sieg angestoßen und kräftig gefeiert - die ausgelassene Stimmung war einfach ansteckend!

Organisiert wurde das „Rudelgucken” wie auch in den letzten Jahren von Michael Esser, Inhaber des Mexi & Co, und „dem Griechen” Jannis Argiriou. „Angefangen hat alles mit einem kleinen Fernseher, um den sich alle Gäste versammelt haben. Seitdem haben wir vieles optimiert, große Leinwände aufgestellt und für mehr Sitzmöglichkeiten gesorgt.

Friedliche Stimmung

Jetzt sieht das Ganze schon professioneller aus”, so Michael Esser. Doch damit so eine Massen-Veranstaltung nicht aus dem Ruder gerät, müssen vielerlei Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Dabei wird die Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt groß geschrieben.

Am Randbereich des Markplatzes werden durch Security-Mitarbeiter strenge Taschenkontrollen durchgeführt und auch ein Glasverbot herrscht auf dem gesamten Marktplatz.

„Dafür haben die Leute aber viel Verständnis , was es uns um einiges leichter macht. Generell herrschte bisher immer eine sehr friedliche Stimmung. Bei so einer guten Resonanz macht das Organisieren natürlich umso mehr Spaß”, freut sich der Gastwirt.

Im Viertelfinale kommt es am kommenden Freitag zum Duell mit Griechenland. Dann heißt es auf dem Marktplatz wieder Mitfiebern, Singen, Anfeuern und am Ende hoffentlich auch Feiern, was das Zeug hält?

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