Eschweiler: Pilger brechen auf den Weg nach Kevelaer auf

Eschweiler : Pilger brechen auf den Weg nach Kevelaer auf

So mancher Krug ist übervoll und droht, überzulaufen. Schließlich steigen die Ansprüche, die der Alltag an viele Menschen stellt, in unserer umtriebigen bis permanent hektischen Zeit immer weiter an. Mehr als 120 Pilger der Kevelaer-Bruderschaft Eschweiler machten sich nun am Sonntagmorgen unter dem Leitsatz „Füllt die Krüge“ auf den 103 Kilometer langen Weg in Richtung des Gnadenortes am Niederrhein, um zumindest für eine Woche diesen auch oftmals selbst auferlegten Ansprüchen im wahrsten Sinne des Wortes zu entgehen, die womöglich mit überflüssigem Ballast gefüllten Krüge zu leeren, um sie mit dem „Quell des Lebens“ neu zu füllen.

Bevor die erste Etappe der Fußwallfahrt in Angriff genommen wurde, feierten die Gläubigen einen Pilgergottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, während dem unter anderem die Pilgerkerze entzündet wurde.

Kaplan Andreas Züll, der die Heilige Messe gemeinsam mit Pfarrer Michael Datené, dem Präses der Kevelaer-Bruderschaft Eschweiler, zelebrierte, unterstrich gestern, dass eine betende und singende Gemeinschaft dem christlichen Auftrag, Frieden in die Welt zu bringen, nachkomme.

Eine solche Gemeinschaft zeichne sich durch zahlreiche unterschiedliche Facetten aus. „Die Pilgerinnen und Pilger nehmen Fragen über Fragen mit auf den Weg. Manche sind auf Sinnsuche, fühlen sich leer und ausgebrannt, machen sich Gedanken und Sorgen, wie es im eigenen Leben oder im Leben des Partners sowie der Kinder weitergehen soll? Andere gehen voller Dankbarkeit auf Wallfahrt“, sagte der Geistliche. Die Erfahrung zeige, dass für die meisten Pilger Kevelaer viel mehr darstelle und bedeute, als ausschließlich das Andachtsbild in der Gnadenkapelle.

„Die Wallfahrt der Kevelaer-Bruderschaft kann als Ereignis innerhalb des Kirchenjahres angesehen werden, das als Quelle des Glaubens dient. Die Pilgerinnen und Pilger schöpfen Wasser aus der Quelle des Heils“, betonte Andreas Züll, der in diesem Jahr als geistlicher Leiter der Wallfahrt fungiert. Quellen seien der Ursprung des Lebens. „Sie bahnen sich ihren Weg durch die Natur, wie sich Gott den Weg in unsere Herzen bahnt“, erklärte der Kaplan während seiner Predigt.

Unmittelbar nach der Eucharistiefeier nahmen die Fußpilger Kurs Richtung Kevelaer, wo die inde-städtischen Wallfahrer am Dienstagnachmittag Einzug halten und in der Maria Königin Kapelle einen Pilgergottesdienst feiern werden, bei dem die Neupilger das Kevelaerkreuz erhalten.

Am Mittwoch steht im Beisein aller Fuß-, Rad- und Buspilger die Prozession mit anschließendem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Antonius im Mittelpunkt des Geschehens. Einen Tag später machen sich die Fußpilger spirituell gestärkt und mit hoffentlich frisch gespeisten „Glaubenskrügen“ auf den Heimweg.

Die Rückwehr wird am kommenden Samstag erwartet. Dann ziehen die Pilgerinnen und Pilger um 15.30 Uhr in die Pfarrkirche St. Peter und Paul ein, wo mit einem Dankgottesdienst am Sonntagmorgen die Wallfahrt der Kevelaer-Bruderschaft Eschweiler ihren feierlichen Abschluss finden wird.

(ran)
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