Eschweiler: Per Rad durch die herausgeputzte Bergmannssiedlung

Eschweiler: Per Rad durch die herausgeputzte Bergmannssiedlung

Die Euregionale liegt nun schon fünf Jahre zurück, aber noch lange ist nicht alles umgesetzt, was damals angestoßen wurde. Sichtbar wurde sie in Eschweiler vor allem am Blausteinsee, denn dort entstand im Aktionszeitraum die Blausteinseebühne. Sie sollte jedoch ein Anlaufpunkt im Rahmen eines umfassenden Radwegenetzes sein, das nicht nur die Stadt, sondern die ganze Region durchziehen soll. In Eschweiler-Ost wird jetzt eine Lücke im Netz geschlossen.

Seit Jahren arbeitet die Stadt daran, den Stadtteil mit seiner Bergbausiedlung aufzupolieren. Durch das Projekt „Soziale Stadt — Eschweiler-Ost“ floss viel Geld nach Eschweiler. Der letzte Förderantrag zielte auf die Radwege und deren Verbindungen. In zahlreichen kleineren Schritten verarbeitet die Stadt dort insgesamt 900.000 Euro, wovon Eschweiler selbst eine halbe Million Euro aufbringen muss. „Das zeigt, wie viel Bedeutung wir der Lebensqualität in dem Ort geben“, erläutert der Technische Beigeordnete Hermann Gödde.

In Zeiten knapper Kassen müssen Maßnahmen auf mehrere Jahre verteilt werden. Derzeit werden an der Hovermühle 19 Eschen gepflanzt. Sie flankieren den Radweg vor dem alten Stadioneingang des Eschweiler FV an der Dürener Straße Richtung Inde. Die Asphaltdecke wechselt am Naturschutzgebiet in eine sogenannte wassergebundene Decke. Bereits vor zwei Jahren legten die Bagger los und erneuerten die Treppen auf die Kippe.

Im nächsten Schritt wird der alte Eingang zum Sportplatz des FV Eschweiler nach den Sommerferien umgestaltet. Dabei wird auf der Dürener Straße eine Mittelinsel gebaut, die die Straßenüberquerung auch für Radfahrer erleichtern soll. Gepflanzt wird dann an der Saarstraße, wo der Grünzug vervollständigt wird. In diesem Rahmen wird eine kleine Brücke über das Dürwisser Fließ errichtet.

Prozess seit 1999

Damit wird das Projekt „Soziale Stadt — Eschweiler-Ost“ abgeschlossen. „Wir befinden uns also im Endspurt“, betont Hermann Gödde. Damit endet ein jahrelanger Prozess, der seinen Anfang im Jahr 1999 nahm. Mit den Millionen von Bund und Land wurden ganze Straßenzüge saniert und umgestaltet. Aber nicht nur in Steine wurde investiert: Die Menschen im Ort brachten sich mit ein und beteiligten sich ebenfalls an der Verschönerung der Straßen.

Der multikulturelle Ort verfügt über ein ehrenamtliches Dolmetscher-Team, einen Unternehmerstammtisch sowie einen Trägerverein für die Bürgerbegegnungsstätte, die seit 2008 Zentrum dieser Aktivitäten ist. Sie dient heute schon als Vorbild für ähnliche Projekte im Land. Auch die Begegnungsstätte entstand im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt — Eschweiler-Ost“.

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