Eischwiele: Nicht nur das Wetter in Eischwiele ist „grenzenlos jeck“

Eischwiele: Nicht nur das Wetter in Eischwiele ist „grenzenlos jeck“

Er ist ein Prinz für alle Fälle: Patrick I. genoss seinen Triumphzug durch die närrische Metropole an der Inde gestern bei strahlendem Sonnenschein, trotzte gleichzeitig schneidender Kälte, ließ sich auch von Regentropfen die Laune nicht vermiesen und erwies sich schließlich selbst im Schneegestöber als wetterfest.

Das überraschend einsetzende Schneetreiben war übrigens der Grund, dass „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ gestern fröhliche Urständ als Karnevalslied feierte. Fastelovendsjecke neben eben auch Petrus’ Kapriolen mit (Galgen-)Humor.

Gehören natürlich auch zur Eischwiele Fastelovend: Diese Paradiesvögel zogen mit rund 6500 weiteren Kostümierten durch die Indestadt. Foto: R. Müller, T. Roeber

Begonnen hatte der große Tag von Prinz Patrick I. und seinem Zeremonienmeister bei bestem Fastelovendswetter. Kalt, aber sonnig. Schon lange vor dem Abmarsch des Zuges harrten an den Straßenrändern ungezählte kleine und große Jecke, die meisten ausgerüstet mit großen Tüten und Taschen für Kamelle und Co., der Dinge, die da kommen sollte.

Aus Kampen und Dinkelsbühl

Und dann kamen sie: 6500 bunt kostümierte Jecke, die per Pedes und zu Pferd, auf Prunk- und Bagagewagen Seine Tollität durch die Stadt geleiteten. Begleitet von zahlreichen Musikzügen aus Nah und Fern: aus dem niederländischen Kampen und Enschede zum Beispiel, aus dem westfälischen Lünen, aus dem fränkischen Dinkelsbühl, aus Baesweiler und Gressenich. In einem Zug, der nicht nur mit einem Prinzen glänzte, sondern auch ein Königspaar präsentierte: Königin Maria und König Axel von den „Löstigen Rumtreibern“ machten dem Namen ihrer KG alle Ehre und waren mit ihrem Prunkwagen aus Ederen an die Inde gereist.

„Grenzenlos jeck“ — das Motto der Eschweiler Fastelovendssession manifestierte sich in Besuchern und Teilnehmern des Zuges gleichermaßen: Delegationen aus Eschweilers Partnerstädten in Frankreich und Großbritannien waren ebenso dabei wie Fastelovendstouristen aus den Niederlanden und Belgien. Und sogar aus Berlin war eine Karnevalsgesellschaft angereist, um einmal echte rheinische Fastelovend made in Eischwiele hautnah mitzuerleben. Eine Fastelovend, die im Rosenmontagszug, dem drittgrößten der närrischen Republik, vor allem von den fantasievoll kostümierten Fußgruppen lebt.

Da gab es original Eschweiler Liebesschlösser und Jagdtrophäen auf zwei Beinen, Bienen und Indianer, Paradiesvögel und wandelnde Flipflops, Grashüpfer und Hexen, bunte Bären und rockende Könige, Schlümpfe und Popcorn-Ladies, Zauberer und Eisprinzessinnen, Mäuse und Wikinger, Akkordeon-Duos und Froschkönige, Einhörner und Windvögel und und und... Die Damen und Herren Jecke, uniformierte Minis eingeschlossen, bewarfen die 180.000 am Zugweg mit vollen Händen nicht nur mit Kamelle, sondern auch mit Waffeln und Törtchen, mit Duftwässerchen, Chips, Pralinen, Schokolade und Kulis, mit Stofftieren, Tulpen und Rosen.

„Mir rocke de Stadt“

Natürlich hatten auch Prinz Patrick I. und Zerm Michael auf dem schmucken Prinzenwagen alle Hände voll zu tun. Tonnenweise brachten sie Kamelle und auch Tausende Rosen unters Volk. Aus den Boxen dröhnte derweil DER Hit dieser Session: „Mir rocke de Stadt“. Und auch am Rosenmontag, dem Höhepunkt des närrischen Treibens, machten Patrick I. und Michael diesem Titel alle Ehre. Die Narren am Straßenrand jubelten den beiden zu.

Und das Duo geizte auch nicht mit Lob. Denn ohne fleißige Helfer auf dem Prinzenwagen könnte kein Prinzengespann die jecken Inde-städter (und Besucher) so glücklich machen. „Die Jungs sind einfach die geilsten“, sagte dann auch Zerm Michael gestern Nachmittag in Richtung der fleißigen Helfer auf dem Prinzenwagen, die unentwegt Kartons mit Kamelle aufrissen und das Prinzenduo „fütterten“.

Am gestrigen Abend ging es dann in den Zelten und Sälen Eschweilers munter weiter. Am heutigen Dienstag ist der letzte Tag der Session 2017/18, unter anderem mit den Umzügen in Neu-Lohn und St. Jöris und der Verbrennung des Äezebärs, bevor dann am Aschermittwoch mal wieder alles vorbei ist. In Eschweiler kann man sich jedoch sicher sein: Vorbei ist es (also Karneval) eigentlich ja nie und wenn, dann nur für ganz ganz kurze Zeit.