Eschweiler-Kinzweiler: Neujahrskonzert in der Kirche

Eschweiler-Kinzweiler : Neujahrskonzert in der Kirche

Pfarrer Dr. Rainer Hennes ging die Sache humorvoll an: „In diesem Jahr richtet sich das Ende der Weihnachtszeit nach dem Abfallkalender der Stadt Eschweiler.“ Sprach‘s beim Neujahrskonzert in der Dorfkirche St. Blasius zu Kinzweiler und entschuldigte sich dafür, dass der große Weihnachtsbaum in dem Gotteshaus schon den Weg aller Tannen und Artgenossen gegangen ist.

Die Zuhörer jedoch ließen sich vom Fehlen des traulichen Grüns ebenso wenig verdrießen wie von einem anderen misslichen Zustand: „Ein paar Plätze hier sind noch frei — die Parkplätze draußen scheinen knapper zu sein.“ Die „Blaskapelle Frohsinn Lohn“ (Neu-Lohn und Fronhoven werden gleichfalls von Dr. Hennes seelsorgerisch betreut) und der „Mariadorfer Frauensingkreis 1988“ unter Leitung von Heinz Dickmeis gestalteten mit vereinten Kräften ein Programm, das die Zuhörer in einer knappen Stunde nicht für einen Moment langweilte.

Dabei galt es, während des Konzertes, das von der örtlichen „Bruderschaft der Mutter vom Guten Rat“ organisiert worden war, hin und wieder die Blickrichtung zu wechseln. Die Blechbläser aus dem Nachbarort hatten sich nämlich im heutigen Altarraum postiert, während die Sängerinnen gegenüber in der Apsis Position bezogen hatten.

Dem Vergnügen tat das keinen Abbruch — die abwechslungsreiche Folge der einzelnen Stücke und ihr volkstümlicher Zuschnitt sorgten für Kurzweil. Dabei bestachen die Lohner mit einem gleichzeitig warmen und beweglichen Ensembleklang, während Dirigent Dickmeis und die Seinen mit einer sehr harmonischen weichen Grundstimmung punkteten.

Das Repertoire sowohl der Mariadorferinnen als auch der Lohner wurde von einem ausgewogenen Mix von sakraler und weltlicher Musik bestimmt. „Hark! The Herald Angels Sing“ hüllte zum Beispiel einen englischen Choral in das Gewand des Blechbläser-Sounds, während „One Moment in Time“ den Bogen zur modernen Unterhaltungsmusik schlug. In diesem Sinne hatte das Konzert in Kinzweiler etwas von einem guten Weihnachtsessen: Es gab von vielem etwas und das reichlich.

Verständlich, dass die Zuhörer in St. Blasius den Mitwirkenden nach jedem Werk mit herzlichem Beifall für ihre ansprechenden Leistungen bedankte. Vielleicht hat das ja auch dazu beigetragen, dass in den Körbchen der Kollektanten an den Kirchenportalen nach Ende des Konzerts so mancher Euro hängen geblieben ist.