Neujahrsempfang der Stadt Eschweiler

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt : Einfach mal das Rad vor das Auto stellen

„Nachhaltigkeit“ lautete das Schlagwort, unter dem der Neujahrsempfang im Ratssaal der Stadt Eschweiler am Samstagmorgen stand. Dr. Klaus Reuter als Redner an diesem Tag hatte einige interessante Fakten im Gepäck und seine Worte dürften den einen oder die andere (zumindest vorübergehend) zum Nachdenken angeregt haben.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt begrüßte stellvertretend für Bürgermeister Rudi Bertram die zahlreichen Gäste und verkündete, dass Bertram in dieser Woche seinen Dient wieder aufnehmen werde.

Bevor sie dann den Platz am Mikrofon für den Hauptredner räumte, stand aber noch die traditionelle Verleihung des Ehrenamtspreises „Jugend Plus“ auf dem Programm. Der Preis wurde bereits zum 16. Mal verliehen. Acht Vorschläge waren bei der Jury eingegangen, die dieses Mal aus Monika Medic (Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses), Achim Schyns (stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeauschusses), Dietmar Schultheis (Vorsitzender des Schulausschusses) und Olaf Tümmeler (Leiter Abteilung Kinder- und Jugendförderung, Verwaltung) bestand. Die Jury entschied sich für fünf Preisträger (siehe Infobox). Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro wurde einmal mehr von Helmut Mau junior und Hugo Schneider von der Firma Hema-Immobilien zur Verfügung gestellt.

Die stellvertretende Bürgermeistern Helen Weidenhaupt begrüßte viele besucher beim Neujahrsempfang im Rathaus. Mit dem Preis „Jugend Plus 2018“ wurden unter anderem die Jugendbetreuer der Ferienspiele St. Bonifatius Dürwiß und die Pfadfinder Hohensteiner ausgezeichnet. Foto: ZVA/Tobias Röber

Dr. Klaus Reuter ist Geschäftsführer und Projektleiter der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW, die sich eben dem oben genannten Thema verschrieben hat. Folgerichtig lautete der Titel von Reuters Vortrag: „Nachhaltigkeit – ein Gemeinschaftswerk von der UN bis zur Kommune“.

Es gelte für die Menschen, zeitnah einige Herausforderungen zu bewältigen, stieg Dr. Klaus Reuter ein und nannte Zahlen. So ist die Bevölkerungszahl von 1992 bis 2018 von 5,5 auf 7,6 Milliarden Menschen gestiegen. Derzeit sind etwa zehn Prozent der Landfläche weltweit (16,4 Millionen Quadratkilometer) als Schutzgebiete ausgewiesen. Bis 2020 sollen es 17 Prozent sein – ein ambitioniertes Ziel. Vor allem wenn man bedenkt, dass seit 1992 bereits drei Millionen Quadratkilometer Urwald verloren gegangen sind. Das entspricht der 8,5-fachen Fläche der Bundesrepublik Deutschland. Ebenfalls sind seit 1992 zwölf Prozent der Arten weltweit ausgestorben. In Nordrhein-Westfalen stehen derzeit 46,6 Prozent auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. 

Timo Kanzler ist ehrenamtlich beim SCB Laurenzberg tätig. Foto: ZVA/Tobias Röber

Um die globale Erwärmung zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen, müsse dringend mehr getan werden. Die Bundesregierung hat das Ziel, bis 2050 den CO2-Ausstoß (verglichen mit dem Jahr 1990) um 95 Prozent zu reduzieren. Wieder ein ambitioniertes Ziel, von dem man – Stand jetzt – weit entfernt ist.

Dr. Klaus Reuter appellierte an die Zuhörer, dass jeder etwas gegen die Klimaerwärmung tun könne und er hob hervor, dass die Stadt Eschweiler stolz darauf sein könne, die Auszeichnung als „Global Nachhaltige Kommune“ erhalten zu haben. Dies sei nun jedoch auch Verpflichtung, an den Zielen intensiv zu arbeiten.

Lara Prilop ist im Kinder- und Jugendzentrum im Einsatz. Foto: ZVA/Tobias Röber

Als positives Beispiel nannte er Kopenhagen. Nun ist die Hauptstadt Dänemarks nur bedingt mit Eschweiler zu vergleichen, dennoch habe sich dort ein großer Wandel vollzogen – von einer schmuddeligen Hafenstadt hin zu einer Vorzeigestadt in Sachen Nachhaltigkeit. Diesen Anspruch sollte auch die Stadt Eschweiler haben, so Dr. Klaus Reuter.

Zum Abschluss seiner Rede gab er mit einem Schmunzeln den Zuhörern einen kleinen Ratschlag mit auf den Weg. So habe sich ein guter Freund folgendes angewöhnt: Er stelle sein Fahrrad mittlerweile immer vor das Auto. Wenn er dann seine Garage öffne, werde er immer daran erinnert, dass er auch das Fahrrad statt des Wagens wählen könne...

Marvin Cremer ist Schülersprecher am Städtischen Gymnasium. Foto: ZVA/Tobias Röber
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