Eschweiler: Neubauten und Sanierungen in Sachen Energie sind die Renner

Eschweiler: Neubauten und Sanierungen in Sachen Energie sind die Renner

Die Raiffeisen-Bank Eschweiler ist mit Geschäftsverlauf und Ergebnis des Jahres 2012 sehr zufrieden. „Das Internationale Jahr der Genossenschaften war für unsere Bank so etwas wie eine Steilvorlage. Wir haben im Aktionsjahr unsere Marktposition gefestigt und weiter ausgebaut, 393 neue Fans der genossenschaftlichen Idee gewonnen und trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein positives Ergebnis erwirtschaftet.“

So fasste Vorstandsvorsitzender Johannes Gastreich auch im Namen seines Vorstandkollegen Bernd Schendzielorz die wichtigen Eckdaten des Jahres auf der Vertreterversammlung zusammen. Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ erklärt, weil sie in den Genossenschaften einen Beweis dafür sehen, dass man gleichzeitig nachhaltig wirtschaften und sozial verantwortlich handeln kann.

Die Raiffeisen-Bank Eschweiler engagiert sich mit professioneller Bankdienstleistung, aber auch durch die Förderung der regionalen Wirtschaft, als Steuerzahler, Arbeitgeber, Ausbilder und Förderer im gesellschaftlichen Leben. Umso weniger kann Gastreich nachvollziehen, warum die Politik in Berlin und Brüssel Genossenschaftsinstitute mit ihrer gelebten Verantwortung vor Ort und global aufgestellte Finanzkonzerne mit risikoreichen Geschäften über einen Kamm schert. Die Regulierungsflut sei das Ergebnis einer Finanzmarktkrise, die die Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht verschuldet hätten, aber nun mittragen müssten. Seinen Unmut über diese Entwicklung hat Gastreich bereits an hoher Stelle kundgetan: Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlamentes, war im vergangenen Jahr in die Raiffeisen-Bank gekommen und diskutierte mit den Bankern über die Finanzkrise und die Stärke der Genossenschaftsbanken.

Wie tragfähig das Modell der Raiffeisen-Bank ist, demonstrierte der Vorstand den 60 anwesenden Vertretern im Eschweiler Talbahnhof mit den Bilanzzahlen. Angetrieben von der Entwicklung der Kundenkredite erhöhte sich die Bilanzsumme um 2,5 Prozent auf 219,7 Millionen Euro. Auch die Kundeneinlagen fielen im Vergleich zum Vorjahr höher aus. Ausreißer im positiven Sinne waren die Sichteinlagen, die um mehr als 21 Prozent stiegen. Gastreich: „Unsere Mitglieder und Kunden favorisierten wegen des niedrigen Zinsniveaus kürzere Laufzeiten. Kommt es zu einer Trendwende bei den Zinsen, können sie so schnell und flexibel darauf reagieren.“ Weitere Vermögenswerte verwaltet die Raiffeisen-Bank für ihre Kunden bei den Partnerunternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe.

„Wie lege ich mein Geld am besten an?“ Vor diese Frage gestellt, entschieden sich etliche Raiffeisen-Bank-Kunden dazu, in die eigene Immobilie zu investieren. So sieht Gastreich die Gründe für den 2,7-prozentige Anstieg bei den Ausleihungen an Kunden vor allem im Sektor privater Wohnungsbau. Der Bankleiter: „Neben Neubauten wurden vor allem Sanierungsmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz bestehender Wohngebäude finanziert.“ Dies führte zu einem Plus bei den längerfristigen Krediten, aber auch die kurz- und mittelfristigen Kredite nahmen zu.

Die lebhafte Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres und das bewährte Geschäftsmodell der Raiffeisen-Bank, das Ralf. W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, in seinem Grußwort besonders hervorhob, hat sich auch positiv auf die Ertragslage des Instituts ausgewirkt. Mit ihren 61 Mitarbeitern, davon 3 Auszubildende, hat das Institut einen Jahresüberschuss von rund 640.000 Euro erwirtschaftet.

Das Gros davon fließt zur Stärkung des Eigenkapitals in die Rücklagen. Was die 6041 Mitglieder freuen dürfte: Über 171.000 Euro schüttet die Bank an ihre Anteilseigner in Form einer fünfprozentigen Dividende aus. Den entsprechenden Beschluss fasste die Versammlung, die vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Georg Weikert geleitet wurde. Ebenso einig zeigten sich die Vertreter bei den übrigen Beschlüssen: Der Jahresabschluss 2012 wurde genehmigt, Vorstand und Aufsichtsrat erhielten jeweils einstimmig Entlastung. Stichwort „Aufsichtsrat“: Nicht zur Wiederwahl standen die Mitglieder Prof. Dr. Dettmar von Wachtendonk und Norbert Teppler. Für sie wurden Jochen Kring und René Poensgen in das Kontrollgremium der Bank gewählt.

Mehr von Aachener Nachrichten