Eschweiler: Neuauflage des Endspiels zum Saisonstart der Kreisliga A

Eschweiler : Neuauflage des Endspiels zum Saisonstart der Kreisliga A

Gleich am ersten Spieltag treffen Eschweilers Fußball-Aushängeschilder aufeinander: der SV St. Jöris empfängt den SV Fortuna Weisweiler. Das Duell in der Aachener Kreisliga A wäre auch ohne die räumliche Nähe ein Kracher, schließlich empfängt der Vorjahres-Vierte den Vizemeister.

Das Duell kommt für St.-Jöris-Trainer Wilfried Lisowski aber noch zu früh, da einige Spieler aufgrund von Urlaub oder Verletzungen fehlen werden. „Dennoch werden wir natürlich versuchen, das Spiel zu gewinnen“, zeigt sich Lisowski kämpferisch. Da der Kader fast komplett zusammengehalten wurde, setzt Lisowski auf Konstanz. Bei der Fortuna freut man sich sehr auf das Derby. „Wir müssen keinem aus der Mannschaft erklären, dass das ein besonderes Spiel für den Verein ist“, erklärte Fortuna-Geschäftsführer Fabian Neffgen.

Dass Weisweiler im Finale der Stadtmeisterschaft 3:0 gegen St. Jöris gewann, möchte der Trainer von St. Jöris nicht überbewerten. Während der Vorbereitung habe er keine Rücksicht auf Ergebnisse in den Testspielen genommen, die harte Vorbereitung machte sich im Finale bemerkbar. Fabian Neffgen möchte dieses Ergebnis auch nicht überbewerten. „Ich finde, dass St. Jöris eine sehr spiel- und kampfstarke Mannschaft hat, auf so einen Gegner werden wir am Sonntag treffen“, ist sich Neffgen sicher.

Eschweiler Fußball muss aufpassen

Die generelle Entwicklung des Eschweiler Fußball stimmt Lisowski nachdenklich: „Soweit ich mich erinnere, war St. Jöris immer einer der kleineren Vereine in Eschweiler und ist jetzt mit Weisweiler der klassenhöchste, das sagt vieles aus.“ Er sagt auch mahnend, dass Geld allein keinen Erfolg bringt, bei seinem Team funktioniere es auch ohne finanziellen Einsatz.

„Wir müssen in Eschweiler höllisch aufpassen, dass wir spezielle Entwicklungen nicht verschlafen“, sagt auch Fabian Neffgen. Strukturen müssten in den Vereinen geschaffen werden, um zukunftsfähig zu bleiben. Er fordert auch dazu auf, gesprächsbereit in puncto Fusionen zu sein. Bleibt abzuwarten, ob die Fortuna selbst bereit für Gespräche ist.

Mit Rhenania Eschweiler und Germania Dürwiß spielen zwei ehemalige Aushängeschilder des Fußballs der Stadt nur noch in der Kreisliga C, die Eschweiler SG gibt es mittlerweile nicht mehr. Für Neffgen ein schlechtes Zeichen.

„Wenn wir für den Amateurfußball drei hochrangige Vereine in Eschweiler hatten und die haben wir jetzt nicht mehr, ist das ein Zeichen, dass wir in der Stadt da ein Problem haben“, sagte Neffgen, der damit aber nicht die Arbeit der Verantwortlichen der anderen Vereine kritisieren möchte. Die Entwicklung soll für Weisweiler auch als mahnendes Beispiel dienen. Stabilität sei das Wichtigste, was ein Verein haben kann.

Die Liga ist laut Lisowski nochmal stärker geworden. „Ich erwarte, dass acht Mannschaften um den Abstieg und acht um den Aufstieg spielen werden. Beide Vereine peilen das obere Drittel in der Endplatzierung an. Nicht nur das Saisonziel ist ähnlich gesteckt, auch bei den Favoriten sind sich Lisowski und Neffgen einig. Teutonia Weiden und SG Stolberg sind die heißesten Kandidaten auf den Meistertitel. Die beiden Vereinsvertreter sind sich also in vielen Punkten einig. Beim Ausgang des Top-Spiels hört diese Einigkeit jedoch sicher auf.

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