Naturfreunde Eschweiler weihen Wasserweg Omerbach/Inde ein

Wanderung in der Natur : Naturfreunde Eschweiler weihen Wasserweg Omerbach/Inde ein

Seit diesem Jahr ist Eschweiler dank der Naturfreunde Eschweiler und des Landesverbands Naturfreunde NRW um zwei naturkundliche Attraktionen reicher: Auf zwei sogenannten Wasserwegen können Bürger zu Fuß oder per Fahrrad die Natur rund um den Blausteinsee und entlang des Omerbachs und der Inde entdecken.

Fünf Wochen nach der großen Eröffnung am Blausteinsee weihten die Naturfreunde Eschweiler auch den Wasserweg Omerbach/Inde in Weisweiler ein.

Die Inde ist in Eschweiler und Umgebung allseits bekannt. Weniger bekannt dagegen ist ihr etwa elf Kilometer langer Nebenfluss, der Omerbach, der nahe Stolberg-Vicht entspringt und bei Nothberg in die Inde mündet. Aus naturkundlicher, historischer und gesellschaftspolitischer Sicht haben beide Flüsse einiges zu bieten – dachten sich die Naturfreunde Eschweiler und wählten daher für das Projekt WasserWege des Landesverbands Naturfreunde NRW neben dem beliebten Blausteinsee auch den Omerbach und die Inde als Thema eines Wasserweges in Eschweiler aus.

Mit Natur beschäftigen

Die Idee hinter dem Projekt ist, dass Menschen auf den Wegen gleichzeitig wandern und sich dabei mit der Natur auseinandersetzen können. Die Wanderwege werden entlang von Gewässern entwickelt und ausgeschildert.

In seiner Begrüßungsansprache dankte Leo Gehlen, Vorsitzender der Naturfreunde Eschweiler, zunächst dem Landesverband NRW, vertreten durch Vorstandsmitglied und Projektleiter der Wasserwege Matthias Möller, dass dieser von den derzeit sieben geplanten Wasserwegen in Nordrhein-Westfalen zwei Stück in Eschweiler umgesetzt hat.

Finanziell durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung gefördert, wäre das Projekt jedoch ohne die Unterstützung und tatkräftige Hilfe seines Projektteams nicht möglich gewesen: So bedankte sich Gehlen bei Angelika und Hans Köhler, Albert Borchardt, Herta Spork, Manfred Mohr, Theo Herwartz sowie Franz Hirtz vom Eschweiler Geschichtsverein, der auch viele historische Fotos für die Bebilderung der Infotafeln oder Flyer zur Verfügung stellte.

Lobend erwähnte Gehlen auch Robert Jansen vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde des Landesbetriebs Holz NRW, die Katholische Kirche Gressenich und die Gressenicher Mühle sowie Elmar Mohnen von der Fischzucht Mohnen aus Stolberg. Diese hatten, unter anderem neben der Stadt Eschweiler und der Stadt Stolberg, als Grundstückseigentümer oder als Ansprechpartner der selbigen den Naturfreunden ihr Einverständnis für die Anlegung des WasserWeges auf ihrem Privatgelände gegeben. Zudem dürfen an den drei Stationen Gressenicher Mühle, Fischzucht Mohnen und Ursulakapelle auch Infotafeln aufgestellt werden.

Markus Maaßen, Projektmanager des Projektes Wasserwege beim Landesverband Naturfreunde NRW gab einen kurzen Überblick über den Wasserweg Omerbach/Inde. So ist dieser 13 Kilometer lang und verläuft ab dem Bahnhof Weisweiler zunächst entlang der Inde bis zum Bahnhof Nothberg und von dort direkt oder parallel am Omerbach entlang über Gressenich bis zum Wanderparkplatz Buche 19 in Stolberg. Insgesamt 15 Infostationen gibt es auf dem Weg, die in einem Flyer und online die verschiedenen Themen des WasserWeges aufgreifen. Der Schwerpunkt liegt auf der Kulturhistorie der Orte, wie Bergbau, Industrie und Geschichte, sowie der Gewässer selbst und außerdem dem Thema Hochwasser und dessen Vermeidung.

Von 15 Stationen wurden bereits fünf an der Inde und bis zur Mündung des Omerbachs in Notherg aufgestellt, weitere sind online aufrufbar und werden teilweise zu einem späteren Zeitpunkt noch als Infoschild folgen. Zusätzlich weisen drei große Übersichtstafeln auf den WasserWeg Omerbach/Inde hin: am Bahnhof Weisweiler, am Bahnhof Nothberg und am Wanderparkplatz Buche 19 in Stolberg. Neben dem WasserWeg existieren auch einige Rundweg-Optionen, die in dem Infoflyer ausgewiesen sind, oder es schließen sich beispielsweise an Wanderwege des Eifelvereins an.

Die Standorte für die Infostationen zum Wasserweg Omerbach/Inde wurden im vergangenen Jahr nach mehrmaligen Begehungen durch die Ortsgruppe Eschweiler festgelegt. Auch wenn der Wasserweg als Wanderweg ausgeschildert sei, könne er auch teilweise mit dem Fahrrad befahren werden. Leider sei der Weg jedoch nicht durchgängig barrierefrei, da er auf Stolberger Stadtgebiet unter anderem teilweise nur ein Trampelpfad ist.

Matthias Möller, Vorstandsmitglied des Landesverbands Naturfreunde NRW und Projektleiter der WasserWege, betonte in seiner kurzen Ansprache, dass die Wasserwege die Menschen raus in die Natur führen  sollen. Er wünsche sich, dass die Wasserwege viel Beachtung in der Bevölkerung finden und bei diesen für Einsicht sorge, sich mehr für die Umwelt zu engagieren. An diese Aussage schloss Leo Gehlen noch einige Worte zu den Themen Umweltsünden und Vandalismus an, die er als Vorsitzender der Naturfreunde Eschweiler mit Sorge beobachtet.

Kampf gegen Vandalismus

Bei der Begehung des Wasserweges hätten die Naturfreunde beispielsweise festgestellt, dass der Omerbach teilweise gar nicht mehr zugänglich sei, da er sich auf Privatgelände befinde oder vollständig verrohrt wurde. Zudem hofft Gehlen, dass es nicht – wie anderswo bereits beobachtet – zu Vandalismus an den Infotafeln kommen werde. Er bat alle zukünftigen Nutzer des Wasserweges, sich bei ihm zu melden, sollten sie eine Beschädigung feststellen.

Im Anschluss an die feierliche Enthüllung der Übersichtstafel am Bahnhof Weisweiler machten sich die versammelten Mitglieder der Naturfreunde Eschweiler dann auf zur ersten offiziellen Wanderung auf dem etwa vier Kilometer langen Teilstück des Weges bis zum Bahnhof Nothberg.

(zsa)
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