Eschweiler: Mundart auf dem Ortsschild? Eschweilers Bürgermeister sagt: „Quatsch!“

Eschweiler: Mundart auf dem Ortsschild? Eschweilers Bürgermeister sagt: „Quatsch!“

„Das ist absoluter Quatsch!“ Mit diesen Worten reagierte Bürgermeister Rudi Bertram am Dienstag auf die Nachricht aus Düsseldorf, dass Kommunen ihre mundartlichen Namen auf die Ortseingangsschilder setzen können. Der Verwaltungschef will natürlich einer politische Entscheidung im Rat nicht vorgreifen, allerdings kündigte er an, es nicht empfehlen zu wollen.

„Ein Auswärtiger fragt sich, was Eischwiele bedeutet, ein Eschweiler weiß das und braucht deswegen kein Schild“, lautet eines seiner Argumente. Bertram geht in seiner Kritik an der Initiative sogar noch weiter und nennt sie „Ablenkungsmanöver“ und „Wohlfühlthema“, das an den wichtigen politischen Themen vorbeigehe.

Er glaube nicht, dass man mit dieser Initiative mehr Identifikation mit den Städten und Regionen erreiche. „Wir haben dies erlebt, als die alten Nummernschilder wieder eingeführt wurden“, meint Bertram. Es habe einen großen und kurzen Hype gegeben, mehr aber auch nicht.

Der Konsequenzen bewusst

Auch der langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Mundart im Eschweiler Geschichtsverein, Leo Braun, hält nichts davon, die plattdeutsche Version eines Städtenamen auf Ortstafeln anzubringen, wie er schon vor Wochen unserer Zeitung mitteilte. Er sei zwar Förderer der Mundart, sei sich aber auch der Konsequenzen bewusst: „Es würde eine riesige Diskussion geben. Jeder, der Mundart aufschreibt, meint, er schreibt sie richtig.“

Eine eindeutige Rechtschreibregel gibt es dafür aber nicht. In der Rheinischen Dokumenta etwa, die Mundarten des Rheinlands erfasst, werden die plattdeutschen Begriffe deshalb in Lautschrift niedergeschrieben. „Bei Mundarten ist die Aussprache das Zentrale, nicht die Schreibweise“, erklärt Braun.

Vor einigen Jahren, als erlaubt wurde, Zusatzbezeichnungen an Ortsschildern anzubringen (etwa wie „Kupferstadt“ bei Stolberg) gab es Überlegungen, Eschweiler als „Braunkohlestadt“ oder „Karnevalsstadt“ zu bezeichnen. Diese Ideen wurden jedoch verworfen, was Bürgermeister Bertram ausdrücklich begrüßt: „Bei der aktuellen energiepolitischen Diskussion wäre es nicht gut für unsere Stadt gewesen.“ Auch die in der Vergangenheit oft genutzte Variante als Einkaufsstadt wurde nicht ernsthaft diskutiert.

Mit der Mehrheit der Stimmen von CDU und FDP hat der Düsseldorfer Landtag am Mittwoch für den Antrag gestimmt, dass der plattdeutsche Name einer Stadt in kleinerer Schrift unter die hochdeutsche Bezeichnung gesetzt werden kann. In Eschweiler deutet aber vieles darauf hin, dass der Zusatz „Eischwiele“ auf Ortsschildern nicht ergänzt wird.

(pan)