Müll am Ufer: Blausteinsee hat Problem mit Zigarettenkippen

Problem mit Zigarettenkippen : Kein Nichtraucherbereich am Blausteinsee möglich

Viele Besucher scheinen sich nicht für die Sauberkeit der Anlage am Blausteinsee zu interessieren. Das ist einem Badegast aus Aachen aufgefallen, der jetzt Maßnahmen wie einen Nichtraucherbereich und Bußgelder für achtlose Menschen fordert.

Der Mann wollte eigentlich in Ruhe seine Freizeit am Wasser genießen. Das wollte ihm aber nicht so recht gelingen, denn um ihn herum am Strand und auf der Wiese fielen ihm unzählige Zigarettenkippen auf. Er spricht von einem „erschreckenden Verhalten“ und weist vor allem auf die vielen Familien mit Kindern hin. Für diese könnte das rücksichtslose Wegwerfen fatale Folgen haben: „Nachdem mittlerweile allgemein bekannt ist, dass diese Kippen diverse Giftstoffe enthalten, kann man sich meiner Meinung nach auch nicht mehr darauf zurückziehen, dass es eben Aufgabe der Eltern ist aufzupassen, dass kein Kind eine Kippe in den Mund steckt.“

Zudem sieht der Besucher die Gefahr, dass das Gift mit dem Regen auch in den Boden und damit in den Sand und den See gelange. Deshalb schlägt er einen Nichtraucherbereich am Strand vor und fordert zu mehr Kontrollen seitens der Verantwortlichen auf.

Hermann Gödde, Geschäftsführer der Blausteinsee GmbH, räumt ein, dass das Problem seit einiger Zeit bekannt ist. „Deshalb werden Strand und Wiese aber auch jeden Morgen gesäubert“, betont er. Den Vorschlag, den Strand in Raucher- und Nichtraucherbereich zu teilen, hält Gödde aber für nicht umsetzbar. Bei großem Andrang werde sich niemand für die Unterteilung interessieren und eine Kontrolle sei fast unmöglich.

Trotzdem kritisiert auch er das Verhalten, die Zigarettenkippen einfach auf den Boden zu werfen. „Das ist kein gutes Vorbild, zumal ja überall Mülleimer stehen.“ Diese haben Mitarbeiter vor einiger Zeit sogar im Boden verankert, da sie regelmäßig nachts im Wasser landeten. Zusätzlich Aschenbecher aufzustellen, wie der Besucher ebenfalls vorschlägt, hält Gödde für unnötig. Sie seien nicht besonders groß, so dass man schon eine Menge brauchen würde. „Außerdem kann man eine Zigarettenkippe durchaus so ausdrücken, dass man sie in den normalen Müll werfen kann“, gibt Gödde zu bedenken.

Er appelliert zudem trotzdem auch an die Aufsichtspflicht der Eltern. Der Blausteinsee sei eine frei zugängliche Badestelle, bei der nicht nur das Spielen, sondern auch das Baden auf eigene Gefahr geschehe. Deshalb müssten Eltern ohnehin gut auf ihre Kinder aufpassen.

Vom Kippen- und Müllproblem will Gödde aber nicht ablenken. In Zukunft wolle er das Thema über ein Schild im Eingangsbereich aufgreifen und die Besucher so nochmals für die Problematik sensibilisieren. „Manche Besucher wissen nicht, wie man diesen Ort zu verlassen hat“, mahnt er. Die Gäste sollten diesen See als „Geschenk“ ansehen und sich entsprechend verhalten. Für wenig oder sogar kein Geld könnte man diesen tollen Ort nutzen.

Bußgelder werden Gödde und sein Team nicht verhängen, denn es handelt sich beim Blausteinsee um Privatgelände. Dort gelte kein Recht, das die Stadt kontrollieren könne, sondern das Hausrecht. Man könne zwar Menschen des Geländes verweisen, aber nachvollziehbar sei das kaum. Schließlich gibt es keine Begrenzung durch Zäune und somit auch keinen wirklichen Eingang. Laut Gödde soll sich das aber auch wegen einiger rücksichtsloser Menschen nicht ändern: „Wir wollen den See nicht abschließen, er soll weiterhin für alle offen sein.“