Eschweiler: MS Brings legt an Seebühne an

Eschweiler: MS Brings legt an Seebühne an

„Wir haben für euch getanzt, geschwitzt, gesungen und wir sind mit dem Bötsche jefahren!” Doch ohne eine weitere Zugabe wollten die etwa 2500 begeisterten Fans die selbst ernannte MS Kölschrock von Brings nicht von der Seebühne am späten Freitagabend ablegen lassen, schließlich hatten die fünf Herren in Karohosen und -röcken gerade den Blausteinsee-Strand gerockt wie selten eine Band zuvor.

Dabei fing das Jubiläumsfest des Fördervereins für die Rehabilition psychisch Kranker und Behinderter passend zum Wetter mit trüben Sorgenwolken an, hatte der stellvertretende pädagogische Leiter des Eschweiler Fördervereins, Markus Renner, doch fast in letzter Sekunde erst alle Genehmigungen und Sicherheitsmaßnahmen in die Wege leiten können, damit das Konzert am Freitag auf der Seebühne stattfinden konnte.

Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Vereinskollegen, der Freiwilligen Feuerwehr, der DLRG und einiger hochmotivierter psychisch Behinderter wurde der durch zu späte organisatorische Vorbereitungen in Gefahr geratene Traum vom Benefizkonzert mit Brings dann doch wahr, sodass die begeisterten Fans ihre Kölschrocker über zwei Stunden lang feiern konnten.

Mit RocknRoll vom Feinsten hatten die „Playing Shadows” aus Würselen die Menge am späten Nachmittag bereits auf Betriebstemperaturen gebracht, sodass Peter und Stephan Brings, Christian Blüm, Harry Alfter sowie Kai Engel stilecht mit Boot im Rockhafen am Blausteinsee anlegen und Bühne wie Herzen stürmen konnten. „Hallelujah” sang Peter Brings seine Freude über den begeisterten Empfang heraus und animierte die Fans mit „Man müsste nochmal 20 sein” zum ersten Klatschmarsch des Abends.

„Loor net in dr Atlas un drieß op dinge Kompass, denn mer sin ohne Zweifel midden in dr Eifel”, den Bringschen Irrglauben nahmen die Indestädter ihren musikalischen Gästen nicht krumm und stimmten bereits beim zweiten Refrain lautstark mit ein. Ebenso textsicher präsentierten sich das bunte Publikum bei den Hymnen von Frontmann Peter Brings auf seine Heimatstadt, sei es mit kritischem Blick beim „Wäm jehürt die Stadt” vom aktuellen Album „Rockmusik” und beim heimweh-getränkten „Ich möch zo Foß noh Kölle jon”. „Nur nicht aus Liebe weinen”, „Poppe, kaate, danze” und „Su lang mer noch am lääve sin” durften für eine „Superjeilezick” am Freitagabend natürlich nicht fehlen.

Der Wunsch des Publikums war zugleich Verpflichtung für die Band der Brüder Peter und Stephan Brings (Bass) mit Norbert Blüms Sohn Christian am Schlagzeug, Kai Engel „an dr Quetsch” und Harry „Angus” Alfter an der Gitarre, der immer wieder den direkten Kontakt mit den Fans in der ersten Reihe suchte. Dass Rockmusik und Mundart kein Widerspruch sind, haben Brings schon öfter bewiesen.

Zur großen Show auf kleiner Bühne gehört ein schillerndes Finale: Was könnte da besser passen als Peter Brings als Rockprediger im silbernen Overall und entsprechendem Cowboyhut beim abschließenden „Hallelujah”. Nicht nur für die etwa 30 Betreuten des Fördervereins für die Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter war dies ein unvergesslicher Abend, sondern auch für die etwa 2500 anderen Fans am Blausteinsee.

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