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Mobile Jugendarbeit Eschweiler: "Rollender Jugendtreff" vorgestellt

Mobile Jugendarbeit : Neuer „rollender Jugendtreff“ geht an den Start

„Früher war Jugendarbeit stärker in festen Einrichtungen gefragt, heute muss sie mobil sein“, stellt Jugendamtsleiter Jürgen Termath fest. Deshalb ist er glücklich über das neue Fahrzeug, das der Jugendhilfe von der Feuerwehr Eschweiler zur Verfügung gestellt wurde.

Es ist der insgesamt dritte Wagen in den vergangenen zehn Jahren, bei diesem Exemplar handelt es sich um einen ausgedienten Rettungswagen. „Wir bekommen immer die Fahrzeuge, die bei der Feuerwehr nicht mehr einsatzfähig sind, aber für unsere Arbeit verwendet werden können“, erklärt Termath. Dazu musste das ehemalige Rettungsfahrzeug nur etwas umgerüstet werden.

Auf der einen Seite steht die technische Umrüstung, die zum Beispiel die Inneneinrichtung und die Schadstoffnorm betrifft. Andererseits soll der Wagen aber natürlich auch einen frischen Anstrich bekommen. „Die Außengestaltung haben die Jugendlichen gemeinsam mit einem Graffiti-Künstler selbst übernommen“, sagt Termath. Auf dem Bild ist nun eine Szene ihres Alltags zu sehen: Viele Jugendliche gehen verschiedenen Hobbys nach, sind aber trotzdem eine Gruppe. Da gibt es solche, die Basketball oder Fußball spielen, aber auch die, die Skaten oder Musik machen.

Insgesamt rund 4500 Euro hat die Herrichtung gekostet. Darin inbegriffen ist auch die Inneneinrichtung des Fahrzeugs, die ebenfalls unter Beteiligung derer stattgefunden hat, die es später nutzen. So haben die Jugendlichen sich eine Musikanlage und Sitzmöglichkeiten gewünscht, außerdem gibt es Getränke, einen Kicker und Ladestationen für die Handys. „Wir können den Wagen sehr vielfältig nutzen“, findet Termath.

Anfahrtspunkte sind wie gehabt die Haupttreffpunkte der Jugendlichen, zum Beispiel die Skaterbahn oder der Bolzplatz. Termath berichtet: „Wir treffen eigentlich immer Jugendliche, der Wagen ist mittlerweile im Stadtgebiet bekannt und wird gut angenommen.“ Mindestens vier Mal die Woche fahren die Mitarbeiter des Jugendamtes los, eine feste Route gibt es nicht. „Dadurch erhalten wir unsere Flexibilität und erreichen deutlich mehr Jugendliche, als zum Beispiel an zwei oder drei festen Orten“, erklärt Termath. Die Beliebtheit von Treffpunkten wechsele immer wieder, mit dem rollenden Jugendtreff könne man darauf reagieren.

Das schätzen auch die Jugendlichen, die das Angebot regelmäßig nutzen. „Es ist angenehm, dass die Jugendarbeit zu uns kommt“, sagt Jannik Pertz. Er schätzt vor allem den Wagen als Treffpunkt. „Man kann dort gemeinsam sitzen, sich unterhalten oder Musik hören, das schweißt als Gruppe zusammen.“ Gerade im Winter sei der Wagen mit Standheizung und warmen Getränken außerdem eine tolle Möglichkeit, um sich aufzuwärmen.

Der 18-Jährige, der seit fünf Jahren in Eschweiler wohnt, ist dankbar, dass es solch ein Angebot gibt. „Wir nutzen das alle schon seit Jahren, die feste Einrichtung Check In habe ich dagegen noch nie besucht“, gibt er zu. Der Treff draußen mache einfach gute Laune. Das zeigt, dass die Jugendarbeit den richtigen Weg geht – auf die Jugendlichen zu.