Eschweiler: Mobile Jugendarbeit erhält Verstärkung

Eschweiler: Mobile Jugendarbeit erhält Verstärkung

Die Mobile Jugendarbeit der Stadt Eschweiler hat Zuwachs bekommen: Mine Kilic und Christian Kolf kümmern sich seit rund zwei Monaten gemeinsam mit Nicole Hillemacher um die Belange der Jugendlichen in der Indestadt.

Unbekannt sind die beiden Mobilen Jugendarbeiter jedoch keineswegs. „Christian gehört quasi schon zum Inventar der Mobilen Jugendarbeit“, sagt Hillemacher über den 24-Jährigen. Der Student war bereits als Zivildienstleistender und später als Honorarkraft mit von der Partie, als das „Check In“ noch „Oase“ hieß. Momentan studiert er neben dem Beruf das Fach Soziale Arbeit in den Niederlanden. Sein Plan: „Nach dem Studium werde ich als Vollzeitkraft bei der Mobilen Jugendarbeit einsteigen.“ Momentan umfasst seine Stelle 31 Stunden in der Woche. Den Montag verbringt er an der Uni. Ein Semester muss er noch hinter sich bringen, dann steht seinem Traumjob nichts mehr im Weg. Sein großer Vorteil: „Die Jugendlichen kannten mich schon, dadurch fiel mir der Einstieg nicht so schwer.“

Auch Hillemacher freut sich sehr über ihren „Neuen“. „Christian wusste, wie die Abläufe sind, und kannte auch schon die Kollegen. Das hat die Arbeit erleichtert.“ Er sei der „Mann für draußen“, meint Hillemacher.

Natürlich sind Hillemacher, Kolf und auch Kilic mit dem gelben Bus der Mobilen Jugendarbeit unterwegs, sprechen die Jugendlichen an den verschiedenen Treffpunkten an und kommen mit ihnen ins Gespräch. Kilic verbringt jedoch nur die Hälfte ihrer Stelle in der Mobilen Jugendarbeit. Zwei Mal in der Woche arbeitet sie im Jugendcafé im „Check In“. Die anderen 19,5 Stunden ist sie in der Spiel- und Lernstube in Eschweiler-Ost tätig.

Erfahrung gesammelt hat die Sozial-Pädagogin bereits in Stolberg. Dort arbeitete die 30-Jährige auch in der Mobilen Jugendarbeit. „Du musst den Jugendlichen natürlich erstmal genug Spielraum lassen, um dich kennen zu lernen“, sagt Kilic. Neben ihrer jahrelangen Berufserfahrung, sei Kilic vor allem für die Jugendlichen mit Migrationshintergrund die richtige Ansprechpartnerin. Die junge Frau, die aus der Türkei stammt, kennt die Kultur in und auswendig. Kilic will jedoch nicht nur für die Mädchen eine Ansprechpartnerin sein. „Die Jungs bekommen so ein ganz anderes Frauenbild. Viele denken noch in Klischees und glauben, dass die Frau an den Herd gehört. Ich zeige ihnen, dass es auch andere Frauen gibt.“

Nachdem ihr Kollege Christian Meuskens die Mobile Jugendarbeit Ende Februar verlassen und eine neue Stelle begonnen hatte, freut Hillemacher sich nun über die Unterstützung ihrer beiden Kollegen. „Es passt einfach. Wir ergänzen uns sehr gut und können uns auf den anderen verlassen“, sagt Hillemacher und fügt hinzu: „Jeder hat verschiedene Ressourcen, auf die man zurückgreifen kann, und die Jugendlichen haben jetzt auch genug Auswahl, an wen sie sich wenden möchten.“

„Wunderschöne Momente“

Kilic und Korf freuen sich auf die Arbeit mit den Jugendlichen bereits sehr. „Wenn die Arbeit Spaß macht, dann ist es auch nicht schlimm, wenn man dafür einen Samstag oder einen Sonntag opfern muss“, sagt Korf und Kilic ergänzt: „Es sind einfach diese kleinen Momente, die wunderschön sind. Zum Beispiel wenn man sieht, wie dankbar die Jugendlichen darüber sind, dass man einfach nur als Ansprechpartner da ist.“