Eschweiler: Mitglieder der „Sensigruppe“ wollen bei Veränderung mitwirken

Eschweiler: Mitglieder der „Sensigruppe“ wollen bei Veränderung mitwirken

„Ich habe das Gefühl: Die Stadt mag das nicht, was wir machen.“ Das äußerten in dieser Woche einige Mitglieder der Sensibilisierungs- und Aufräumtruppe Blausteinsee und Umgebung. Und sie fuhren fort: „Wir wollen niemandem etwas Böses.“ Regelmäßig treffen sich einige der Mitglieder, bei Facebook hat die Gruppe inzwischen 205 Mitglieder. Ideen rund um die Indestadt haben sie etliche.

Viele Mitglieder haben zudem den Eindruck, als „Nestbeschmutzer“ angesehen zu werden. „Das wollen wir aber auf keinen Fall sein“, betont Christoph Häfner. Man wolle gemeinsam mit der Stadt nach Lösungsmöglichkeiten suchen und helfen.

Erstmals nahm am Treffen der Gruppe ein Mitglied des Citymanagements teil: Klaus-Dieter Bartholomy. Er berichtete, dass das Citymanagement, dessen Vorsitzender er ist, anfangs auch nicht gut gelitten gewesen sei. Das ist inzwischen anders. Ein Hoffnungsschimmer für die „Sensigruppe“.

„Keine politische Richtung“

Wichtig sei, dass „wir keine politische Richtung in der Gruppe einschlagen“, betonte Brigitte Averdung-Häfner. Es gehe lediglich darum, Vorschläge für Verbesserungen zu machen.

Was viele Mitglieder umtreibt, ist die Situation in der Innenstadt und die Sorge, dass es Eschweiler wie Stolberg ergeht und die Geschäfte schließen. Eine Anregung, für die sich einige vehement einsetzen: eine Öffnung zumindest der Neustraße für den Verkehr. Das Problem dabei: Die Stadt ist an Fördergelder gebunden, weil die Fußgängerzone seinerzeit eben für den Verkehr gesperrt wurde. Brigitte Averdung-Häfner betonte in diesem Zusammenhang, dass die Fußgängerzone auf jeden Fall breit genug sei, um sie für den Verkehr zu öffnen. „Diese Straße ist zu breit und zu leer“, sagte sie.

Rausgeschmissenes Geld

Kritik wurde auch an den Marktzentren außerhalb der Innenstadt geäußert und Klaus-Dieter Bartholomy sagte, dass die geplante Änderung des Marktplatzes rausgeschmissenes Geld sei.

Die Müllsituation in der Stadt habe sich verbessert, und die Gruppe freute sich sehr, als sie hörte, dass neue Mitarbeiter für die Stadtreinigung — um es mal so zu nennen — bei den Wirtschaftsbetrieben eingestellt wurden. Trotzdem äußerten einige Mitglieder, dass sich häufig niemand zuständig fühle, wenn es um Müll gehe und es oft zu lange dauere, bis sich jemand kümmere.

Ein großes Anliegen ist ein Weihnachtsmarkt. „Es bringt nichts, wenn wir hier die tollsten Aussteller haben, aber dann trotzdem keiner hin geht“, monierte Brigitte Averdung-Häfner. Nun ist der Gruppe daran gelegen, nicht nur zu meckern, sondern auch Lösungsvorschläge zu präsentieren. In Sachen Weihnachtsmärkte schlägt die Gruppe vor, Vereine zu aktivieren, die einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt betreiben.

In diesem Zusammenhang stellen die Gruppenmitglieder die Frage: „Was ist Eschweiler?“ und begeben sich dabei auf die Suche nach einem Stadtprofil. So wurde die Idee eines „Karneval-Weihnachtsmarktes“ kontrovers diskutiert.

Derweil steht der Termin für den nächsten großen Putztag fest: Am Mittwoch, 9. April, heißt es wieder „Wetten, dass Eschweiler blitzblank wird“. Alle Bürger sind erneut eingeladen, zu Schaufel und Besen zu greifen und für ein saubereres Stadtbild zu sorgen — nach dem Motto: „Jeder kehrt vor seiner Haustüre“.

Gruppen-Mitglied Ulrike Guenther hat für diesen Tag Taschenaschenbecher organisiert, die an Raucher verteilt werden sollen. Natürlich verbunden mit dem Hinweis, diese bitte auch zu benutzen und die Zigarettenkippen nicht in der Stadt auf dem Boden zu verteilen.

Einen weiteren Wunsch haben die Mitglieder der Sensibilisierungsgruppe: Sie hoffen, dass ein Mitarbeiter der Stadt an einem Treffen teilnimmt.