„Pause & Alich“ treffen ins Schwarze: Mit Spott über Politiker unterhält das Duo den Talbahnhof

„Pause & Alich“ treffen ins Schwarze : Mit Spott über Politiker unterhält das Duo den Talbahnhof

Einen „neuen“ Blick auf die Welt, in der alles Kopf steht, gaben Pause & Alich im Talbahnhof. Los legten „Fritz“ (Rainer Pause) und „Hermann“ (Norbert Alich) gleich mit dem Lied „Nazi in Chemnitz“ auf die Melodie von Final Countdown und trafen damit voll ins Schwarze.

 Das Spotten über die Politiker machte Spaß und bot einen hohen Unterhaltungswert, denn ihre Formulierungen hatten einen eigenen Charakter. Ob es sich nun um Andrea Nahles, die „Eichelnäherin der Eifel“ und „legitime Nachfolgerin“ von Willy Brandt handelte oder um die „Aasgeier“ Alice Weidel und Beatrix von Storch, schonungslos legten sie die gegenwärtigen Zustände offen. Sie selbst wunderte es, dass sie auf einmal einen FDP-Mann wie Wolfgang Kubicki sympathisch fänden. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse bleiben, bis dass sie vom Roboter ersetzt werde.

Die Themen waren dicht und vielfältig. Die Herren sangen zu virtuosen Klavierklängen ihres Pianisten Stephan Ohm, deckten Hintergründe auf und machten Zusammenhänge deutlich. Das Ende der Oktoberrevolution und des ersten Weltkrieges seien zwar hundert Jahre her und habe viele Tote gekostet, doch der unausgesprochene Krieg finde heute auf der Straße statt.Früher gab es mehr Autobahnen als Autos und heute sei dies umgekehrt.

Das Kabarett-Duo hatte eine unglaubliche Beobachtungsgabe, so dass die Lacher von alleine kamen. Messerscharf und witzig zogen sie ihre Schlussfolgerung zu den Themen, die die Deutschen derzeit beschäftigen: das Rückgängigmachen der Wiedervereinigung, der Antiamerikanismus, die Flüchtlingspolitik, der Plastikmüll und die Bildung. Ihr wacher und scharfer Blick auf viele Facetten in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik mündete letztendlich in ein musikalisches Potpourri der 1968er Bewegung.

Neue Texte auf bekannte Melodien schmetterten die Komiker in den Saal hinaus, wohl wissend, dass sie in den Köpfen einiger Besucher noch eine Weile weiter glimmten. 

(mlo)
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