Eschweiler: Mit Indie-Rock geradeaus in die Musikwelt

Eschweiler: Mit Indie-Rock geradeaus in die Musikwelt

Neuer Name, neuer Anlauf: So könnte man die aktuelle Situation der vier Jungs von The Radio Broadcast beschreiben. Die Fans in der Region kennen das Quartett noch als Carthago Archetype. Aber während der Produktion ihrer CD streiften sie nicht nur ihren Namen ab, sondern schalteten auch musikalisch einen Gang zurück.

„Wir sind reifer geworden”, sagt Schlagzeuger Frank und grinst, „naja, gereifter als vorher.” Im Juli verbrachten sie einige Tage in einem Studio in Illingen bei Saarbrücken. Heraus kam ein Silberling mit sieben Songs, mit eingängigem und geradlinigen Indie-Rock.

Verhandlungen mit Label

Ihre Wurzeln sind in Eschweiler, aber mit der Scheibe, die im November in die Läden kommt, soll der Schritt in die große Musikwelt erfolgen. „Wir stecken in Verhandlungen mit einem Label”, hofft Frank auf Unterstützung einer Plattenfirma. Und solange rühren er und seine drei Freunde die Werbetrommel in eigener Sache.

Dies dürfte nicht zu schwer fallen, denn trotz des jungen Lebensalters, kennen sie sich in der Musikregion bestens aus. Sänger und Gitarrist Fabian (Kamp) organisiert schon seit Jahren selbst Festivals und zeichnet auch für Teile des Eschweiler Music Festivals verantwortlich. Wenn Nachwuchsbands der Region in Eschweiler auftreten, hat er meistens seine Finger im Spiel.

Zunächst muss der neue Name bei den Fans haften bleiben. The Radio Broadcast klingt eingängiger als sein Vorgänger. Die Frage „Carthago was?” müssen sich die Jungs so schnell nicht mehr anhören. Aber nicht nur dies gab den Ausschlag, sich einen neuen Titel zu geben: „Wir haben uns verändert, wollen auch weitere Türen öffnen”, betont Fabian.

Eben auch musikalisch etwas eingängiger. Die Songs ihre CD unterstreichen das: Das Tempo ist meistens hoch, aber die Band gönnt sich auch Verschnaufpausen und legt Wert auf atmosphärische Nuancen und eingängige Gitarrenlinien. Mit ihrem Stil stehen sie in der Tradition der Pixies, jedoch heben sie sich an manchen Stellen deutlich davon ab.

Dass sie nach Saarbrücken zum SU2-Studio reisten, um die Lieder digital fszuhalten, hat gute Gründe, wie Florian erläutert: „Viele befreundete Bands haben dort bereits aufgenommen, und deren Sound gefiel uns gut.” Binnen sechs Tagen war alles im Kasten. „Mann, sechs Tage und wir hatten nicht ein einziges Mal Streit”, beschreibt Gitarrist Miggi die entspannte Atmosphäre der Aufnahmen und lacht dabei.

Bis die Fans das Werk in den Finger halten, werden allerdings noch einige Wochen vergehen: Erst im November kommt es in die Läden. Wer solange nicht warten will, der kann von der Homepage der Band in jeder Woche einen anderen Song herunterladen und probehören.

Wohin die Reise dann geht, steht noch in den Sternen. „Wir sind realistisch, wollen einfach nur mehr auftreten”, so Frank. Im Juni des nächsten Jahres geht es nach Schweden. Sänger Fabian verbringt ein Semester seines Studiums in Göteborg und will dabei die erforderlichen Kontakte knüpfen.

Zuvor soll es auch in Deutschland eine Serie von Konzerten geben. Aber so genau steht das noch nicht fest. Eine erste Kostprobe der neuen Stücke gibt das Quartett in der Heimat, im Eschweiler Kulturzentrum am 21. Oktober.

Bei allem Engagement stößt The Radio Broadcast vor allem bei der Suche nach einem Probenraum auf ihre Grenzen. „Wir teilen das Schicksal vieler junger Eschweiler Bands und finden einfach keine passende Location”, beschreibt Sänger Fabian die Situation.

Derzeit wird in Aachen geübt, aber lieber wäre dem Quartett ein Raum vor der Haustür in Eschweiler. Vielleicht erbarmt sich die Kommunalpolitik und hilft bei der Suche. Auch andere junge Bands in der Stadt würden davon profitieren.