Eschweiler: Millionenförderung fürs Zentrum: Aus für Hauptschule Dürwiß

Eschweiler: Millionenförderung fürs Zentrum: Aus für Hauptschule Dürwiß

Das Aus der Hauptschule Dürwiß ist beschlossene Sache. Die Stadt will das Schulzentrum Jahnstraße im Gegenzug ausbauen und nimmt dafür sechs Millionen Euro in die Hand. Damit reagieren Verwaltung und Kommunalpolitiker auf die Schulentwicklung.

Während in Dürwiß in den nächsten Jahren nur noch eine Klasse pro Jahrgang zustande käme, bietet ein Umbau an der Jahnstraße die Möglichkeit, dort in Zukunft eine dreizügige Hauptschule zu installieren.

„Es geht nicht darum, einen Standort zu schließen, sondern die Hauptschule als Form in Eschweiler zukunftsfähig zu machen”, erläutert der Technische Beigeordnete Hermann Gödde den Schritt. Und dies auch unabhängig vom Ausgang der Landtagswahlen am 9. Mai. Denn die Schullandschaft ist in Bewegung, es wird laut über eine spätere Differenzierung nach Schulformen nachgedacht. Also nicht schon nach dem 4. Schuljahr wie derzeit. Dies kann dazu führen, dass der Platz an vielen Schulen nicht ausreicht. Zudem ist eine einzügige Hauptschule gesetzlich nicht mehr zulässig.

An der Jahnstraße, so hoffen Verwaltung und Politik, kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen musste man ohnehin eine große Summe in naher Zukunft zahlen, um das Gebäude zu sanieren, zum anderen platzt auch die unmittelbar angrenzende Evangelische Grundschule aus allen Nähten. Die Lösung nennt Hermann Gödde ein „Scharnier”, eine Verbindung zwischen den beiden Gebäuden, die aber dennoch die Trennung betont, denn nach dem Umbau erhält die Grundschule einen klaren Eingangsbereich. Dort wird ebenfalls ein Aufzug errichtet, denn auch die Barrierefreiheit wird immer mehr Thema an Schulen.

Nach dem Umbau unterscheiden sich Grund- und Hauptschule auch in der Farbe der Fassade. Die Pavillonklassen werden übrigens abgerissen - sie sind marode. An der Jahnstraße sehen die Planer auch großes Entwicklungspotenzial und den Vorteil der unmittelbaren Nähe zum Berufskolleg.

Die Stadt bediente sich der Unterstützung des Aachener Architektenbüros Heuer und Faust, das große Erfahrung im Schulbau besitzt. Das aus dem Jahr 1959 stammende Schulgebäude weist für heutige Verhältnisse großzügige Klassenräume auf. Sie werden neu angeordnet und verkleinert. „Das gibt uns die Möglichkeit, aus drei Räumen vier zu machen”, erläutert Gödde. Die Fenster des derzeitigen Kellergeschosses werden freigelegt, so dass ein voll nutzbares Untergeschoss für Fachräume entsteht.

„Eine Zusammenlegung bedeutet übrigens nicht größere Klassen”, beschwichtigt Schuldezernent Dieter Kamp. Vielmehr wolle man in jedem Falle dreizügig fahren, was nach derzeitigen Erkenntnissen Klassenstärken von maximal 25 Schülern ergeben würde. Erste Gespräche wurden bereits vor einigen Monaten mit den Schulleitern der beteiligten Schulen geführt.

Was mit dem Gebäude in Dürwiß geschieht, steht allerdings noch in den Sternen. Die Stadtverwaltung prüft verschiedene Varianten. Der Abriss von Gebäudebereichen wird ebenso diskutiert wie die Unterbringung eines weiteren vierzügigen Kindergartens als Ersatz für den dann abzureißenden Kindergarten an der Schillerstraße. Auch Räume für Jugendliche und Vereine in der heutigen Hauptschule Dürwiß sind weitere Optionen.

Die CDU will zudem prüfen lassen, ob dort auch Wohnungen für Senioren entstehen könnten. Auch die Unterbringung einer Kindertagesstätte dort ist umstritten, weil sowohl die Sozialdemokraten als auch die Union einen Neubau westlich der Jülicher Straße vorziehen würden. Allerdings nicht zu jedem Preis.

Teile der Hauptschule werden schon jetzt von der wachsenden Grundschule genutzt. Dort wird übrigens in den Osterferien schon etwas geschehen: Das Obergeschoss erhält neue Fenster, Brand- und Sicherheitsschutz werden auf den neusten Stand gebracht. Auch die Turnhalle wird bald saniert.

Dass die sechs Millionen Euro Erweiterungskosten an der Jahnstraße die Stadt finanziell stark belasten, befürchtet Dezernent Dieter Kamp nicht: „Wir sparen durch die Aufgabe von einem Standort Unterhaltungs- und Personalkosten.” Dies alleine würde den Zins- und Tilgungsdienst finanzieren. Noch in diesem Jahr sollen die Bagger anrollen.

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