Eschweiler: Michelangelo und Fleiß ebnen Weg zum Erfolg

Eschweiler: Michelangelo und Fleiß ebnen Weg zum Erfolg

Eine Frau, ein Ziel - so ungefähr hätte die Beschreibung von Sabrina Linden aussehen können, als sie vor rund drei Jahren ihre Ausbildung zur Malerin und Lackiererin begann. Das Ziel lautete dabei, nicht nur einfach die Ausbildung zur Malerin und Lackiererin zu schaffen: Sabrina Linden war weitaus ehrgeiziger.

Sie wollte die beste Auszubildende der Städteregion werden. Und das hat sie geschafft. Der Weg dorthin war durchaus steinig.

Das Beispiel Sabrina Linden zeigt vor allem eines: Wenn man etwas wirklich erreichen will und dafür auch etwas mehr investiert, als es der Durchschnitt macht, dann ist vieles möglich. „Ich habe nach Feierabend häufig noch Zeit in der Werkstatt verbracht”, sagt die 26-Jährige. Sabrina Linden stammt eigentlich aus Düren. Vor vier Jahren zog es sie in die Indestadt, weil sie eine Eschweilerin geheiratet hat.

Über Umwege ist sie zum Maler- und Lackiererhandwerk gekommen. Zunächst begann sie eine Ausbildung zur Industriemechanikerin, musste diese jedoch aus Krankheitsgründen nach zwei Jahren abbrechen. Nachdem sie sich erholt hatte, stand eine Lücke im Lebenslauf. Also musste Sabrina Linden das übliche Prozedere durchlaufen. Ab zum Arbeitsamt, vermitteln lassen - und Geduld haben. Sie schrieb Bewerbungen, unter anderem an die Firma Bauer in Eschweiler.

Gleichzeitig wurde ihr ein Praktikum vermittelt - ebenfalls bei der Firma Bauer, die zu der Zeit jedoch einen Auszubildenden beschäftigte. Also startete Sabrina Linden das Praktikum, aus dem ein Langzeitpraktikum wurde.

Ihr Chef Udo Bauer erinnert sich noch gut an die Anfänge. „Nach zwei bis drei Tagen sieht man in der Regel, ob jemand geeignet ist oder nicht. Sabrina hat gleich am ersten Tag Raufaser geklebt. Das ist ungewöhnlich”, sagt er.

Ein Jahr dauerte das Langzeitpraktikum, das als erstes Lehrjahr angerechnet wurde. Zwei weitere folgten, dann stand die Prüfung an. 63 Prüflinge gingen im Maler- und Lackiererhandwerk an den Start.

„Ich habe nicht gedacht, dass ich die beste bin. Da war zum Beispiel ein Kollege dabei, der wirklich sehr gut war”, sagt Sabrina Linden. Umso größer war die Freude, als sie das Ergebnis bekam. 100 Punkte konnten maximal erreicht werden, die 26-Jährige bekam über 90. Prunkstück der Prüfung war ihre Gesellenplatte, auf die sie zwei Jahre lang hingearbeitet hatte.

In vierfacher Ausführung hatte sie sich diese gekauft, um viel üben zu können. Mit Erfolg, wie das Ergebnis zeigt. Ein Fresco Michelangelos hatte sie sich dafür zum Vorbild genommen. Die Platte wird - zusammen mit Stücken anderer Azubis - vom 4. bis 19. September am Aachener Münsterplatz bei der Sparkasse ausgestellt.

Wie es jetzt weitergehen soll, weiß Sabrina Linden noch nicht genau. Sie bleibt der Firma Bauer als Gesellin erst noch eine Weile erhalten und auf jeden Fall in diesem Bereich bleiben. In diesem Beruf will sie in jedem Fall bleiben.

Er biete Kreativität, Kontakt mit Menschen und man müsse anpacken, was der 26-Jährigen sehr gut gefällt. „Ich will jetzt Berufserfahrung sammeln, mich weiterbilden, und vielleicht mache ich auch meinen Meister”, sagt die 26-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne Fußball und Basketball spielt, sich mit Freunden trifft und ins Kino geht. Größtes „Hobby” ist natürlich die Familie.

Wie auch immer die Ziele definiert werden, die Chancen stehen alles andere als schlecht, dass Sabrina Linden sie erreicht.

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