Eschweiler: Mehr als 150 Hundehaufen im Stadtgarten

Eschweiler: Mehr als 150 Hundehaufen im Stadtgarten

„Krankheitsgefahr”, „Tretmine”, „Es gibt auch Tüten”, „Beschissen”, „Das stinkt uns” - 150 Fähnchen haben die Neunt-klässler der Hauptschule Stadtmitte beschriftet. Sie wollen auf ein Problem aufmerksam machen, dass die Gemüter der Eschweiler Bürger immer aufs Neue erhitzt.

Hundehaufen bestimmen das Bild überall dort, wo es ein wenig Grün gibt. Zum Beispiel im Stadtgarten.

Dort waren die 150 Fähnchen im Nu verbraucht. „Wir hätten noch mehr Haufen markieren können”, sagen die Schüler. „Aber die Fähnchen sind uns ausgegangen.” Mehr als 150 Hundehaufen auf den paar Quadratmetern Grünfläche - das finden die Jugendlichen zu Recht „ekelhaft”.

Auch das Ordnungsamt kämpft seit Jahren mit dem Problem - jedoch ohne ihm wirklich Herr werden zu können. „Wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs sind, dann lässt natürlich niemand seinen Hund einen Haufen machen”, sagt Rainer Neitzel. Es sei sehr schwer, dem Problem beizukommen. Wird doch mal jemand erwischt, kostet das 30 Euro.

Vivien Schmitz ist gerade mit ihrem Hund im Stadtgarten unterwegs, als die Schüler die Fähnchen aufstellen. „Verbrecher” rufen einige übereifrige Schüler. Vivien Schmitz bleibt stehen. „Das ist eine tolle Aktion”, lobt sie die Schüler. „Aber nicht jeder, der mit seinem Hund spazieren geht ist gleich ein Verbrecher”, sagt sie und hält einen Kotbeutel in ihrer Hand zum Beweis hoch. Aber sie hat Verständnis für den Unmut der Schüler, schließlich machen sie die Drecksarbeit, um andere auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.

Apropos Kotbeutel: Der Tütenspender, den die Stadt aufgestellt hat, hat bisher nur bedingten Erfolg gezeigt. Denn, er sei - obwohl mit 400 Tüten gefüllt - immer innerhalb von nur einer Woche leer, so Neitzel. Wer da was mit den Tüten macht, wissen die Ordnungsamtsmitarbeiter auch nicht. Klar scheint nur, dass sie zweckentfremdet werden.

Die Lehrerinnen Andrea Köwitz und Marga Gier haben die Fähnchenaktion in eine Unterrichtsreihe eingebettet, in der sie unter anderem Artikel und Leserbriefe aus dieser Zeitung und die Eschweiler Straßenverordnung genau studiert haben. Der Handlungsbedarf wurde schnell deutlich, zumal die Schüler festgestellt haben, dass das Hundehaufenproblem häufig zu einer insgesamt ablehnenden Haltung gegenüber den Vierbeinern führt.

„Dabei sind doch die Besitzer verantwortlich. Sie können dazu beitragen, das Leben in der Innenstadt angenehmer zu machen und die Haltung gegenüber Hunden zu verändern”, sagt Köwitz, die selbst einen Hund besitzt. Vivien Schmitz hofft, dass die Aktion der Schüler viele Herrchen, die noch keine Beutel nutzen, erreicht. Zu übersehen sind die Fähnchen im Stadtgarten jedenfalls nicht.

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