Markus Maria Profitlich „Schwer verrückt“ im Talbahnhof

Comedy im Talbahnhof : Markus Maria Profitlich tritt mit seinem Programm „Schwer verrückt“ auf

Er ist einer der erfolgreichsten Komiker Deutschlands. Einer, der sich auf der Bühne pudelwohl fühlt und seinen Zuschauern ein zweifelsfrei filmreifes Programm liefert. Markus Maria Profitlich benötigt in seinem zweistündigen Programm im Talbahnhof nur wenige Requisiten und einen Tontechniker, um das Publikum fest im Griff zu haben.

Von der ersten Minute an hängen die Zuschauer an seinen Lippen – und noch lange nachdem der Vorhang gefallen ist, lachen sie über seine Witze.

Drei Mal wurde Profitlich bereits mit dem „Deutschen Comedypreis“ ausgezeichnet – und mit seinem Programm „Schwer verrückt“ beweist er, dass der 59-Jährige seit der letzten Auszeichnung 2006 nichts verlernt hat. Er sucht die Interaktion mit dem Publikum, wechselt zwischen platten Flachwitzen und ausgedehnten Sketchen – und verliert dabei nie den Titel seines Programms aus den Augen.

„Die Ganze Welt ist eine Gummizelle“, sagt er zu Beginn, als er in einer Zwangsjacke die Bühne betritt. Um das zu erkennen, müsste man noch nicht einmal bis ins Weiße Haus schauen, es reiche ein Blick in die eigene Familie. Da wäre zum Beispiel sein Onkel Hubert, „die Inkontinentalrakete“, dem er einmal beibringen wollte, mit „Alexa“ zu sprechen und den er ein anderes Mal zum Urologen begleiten musste, obwohl ein Paläontologe wohl eher angebracht gewesen sei.

Zwischen den einzelnen Themenbereichen des Programms, bei denen sich Profitlich sehr zur Freude des Publikums immer weiter in Rage redet, führt der Komiker pantomimische Sketche auf – so wie die Zuschauer es von seiner Comedy-Serie „Mensch Markus“ kennen. Der ungeschickte Angler kommt schon gut an, doch beim verrückten Jäger können sich seine Fans vor Lachen kaum mehr auf den Stühlen halten. Einmal zieht sich Profitlich sogar auf der Bühne die Hose runter.

Doch zurück zum Thema. Er würde häufig für verrückt gehalten, dabei komme es dem Komiker so vor, als sei er der einzig normale Mensch. Warum sonst würden sich einige Frauen die Augenbrauen abrasieren, nur um sie wieder aufzumalen? Woher komme dieser „Lebensmittel-Wahnsinn“, der Smoothie-Hype und woher die ganzen Veganer und Frutarier, die behaupten auch Fruchtfleisch sei eine Art von Fleisch? Die Leute seien alle „ganz schön vor die Pumpe geflitzt.“.

Auch im Supermarkt werde Profitlich von Verrückten verfolgt. Sie kriechen ganz weit in die Regale hinein, um auch ja das Produkt mit dem längsten Haltbarkeitsdatum zu erwischen. „Der Kefir ist doch länger haltbar, als Frau Liebig, die ihn kauft!“, stellt Profitlich fest. Sein Fazit: „Bringt mich ruhig an den Rand des Wahnsinns, von da aus kenn ich den Heimweg.“

Immer wieder nutzt Profitlich seine unnachahmliche und ausdrucksstarke Gestik und Mimik, um seine Gags zu untermauern. Kunstpausen, Tierlaute, Geschrei und plötzlich wieder Flüsterton. Das Publikum ist begeistert.

An Parkinson erkrankt

Seine Erkrankung erwähnt der Künstler nur kurz. Im April vergangenen Jahres hatte Profitlich bekannt gegeben, an Parkinson erkrankt zu sein. Doch noch merken seine Zuschauer davon nichts. Er selbst nutzt dies als Steilvorlage, um mögliche Namen für die kommenden Bühnenprogramme vorzustellen. Ob es nun „Alles außer Mikado“ oder „Schütteln vor Lachen“ heißen wird, stehe noch nicht fest – die Namenswahl sei bislang „eine Zitterpartie“.

Doch auf eines könne sich das Publikum verlassen: Seinen Lieblingsspruch werde er durchziehen, bis er in Rente geht: „Hast du etwas Veganes im Kühlschrank? – Ja, Licht.“ 

(at)
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