Eschweiler: Marcel Mann: Die „Testosteronbombe des Abends“ im Talbahnhof

Eschweiler: Marcel Mann: Die „Testosteronbombe des Abends“ im Talbahnhof

Der Comedian Marcel Mann gastierte jüngst im Saal des Talbahnhofs. Zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden, um das erste Soloprogramm des Künstlers zu genießen. Sein Programm trägt den Namen „Weil ich ein Männchen bin.“

Passend dazu kündigte ihn eine Off-Stimme als die „Testosteronbombe des Abends“ an. Doch Marcel Mann erklärte gleich: „Für diejenigen, die jetzt enttäuscht sind, tut es mir leid. Noch nie war ein Nachname so ein leeres Versprechen, wie bei mir.“ Allerdings müsse sich das Publikum bei Beschwerden über seine Männlichkeit hinter seinen Vater anstellen.

„Du bist meine Königin“

Damit der Abend trotz Enttäuschung wunderbar unterhaltsam und das Eis im Publikum gebrochen wurde, gab es ein Kennenlernspiel. Hierzu sollten sich die Gäste zunächst nach links drehen, ihrem Nachbarn die Hand auf die Schulter legen und sagen „Du bist meine Königin.“ Als nächstes drehten sich alle nach rechts, legten die Hand auf die Schulter des Nebenmanns und sprachen: „Du bist mein Knecht.“ Dann konnte es los gehen!

Mit „Weil ich ein Männchen bin“ gab der Wahlberliner einen umfassenden Einblick in sein Leben. Ganz vorne mit dabei ist seine Arbeit als Synchronsprecher. In den vergangenen elf Jahren lieh Mann an die 200 Rollen in Film und Fernsehen seine Stimme. „Mich kann man in fast jedem Teenager-High-School-Film hören.“ Mit einer gekonnten Synchronisation bewies der Comedian seinen Einsatz in den Teenager-Streifen. Bevor es für den 31-Jährigen auf die Bühne und hinter das Mikrofon ging, verdiente er sein erstes Geld im Schnellrestaurant.

„Ich war für einen Monat dort angestellt. Das war die Mindestzeit für die Verträge und das Maximum, das ich aushielt.“ Mann gab einen Einblick in seinen Arbeitsalltag: „Meine Aufgabe war es zu frittieren und die Nuggets warm zu halten. Auf dem fettigen Boden übte ich Musicalnummern und drehte meine Pirouetten.“ Nur ein Mal durfte Mann an das Headset und die Bestellungen aufnehmen. Diese Position verlor er ziemlich schnell wieder, als er lauthals Lieder von Britney Spears sang. Seine humoristische Art kam schon damals raus, als seine Chefin ihn aufforderte zu wischen. Anschließend beschwerte sie sich, dass der Boden nass sei und Mann wurde klar, dass die Osteuropäerin „kehren“ meinte. Als er sein Engagement mit der Beseitigung einer angeblichen Rattenplage durch Überfluten begründete, verlor er seinen Job ganz flott.

Preisgekrönt

Das war wohl gut so. Denn als Comedian kann er schon einige Erfolge verbuchen. Darunter befindet sich auch der Sieg in der „Quatsch Comedy Club Talentschmiede.“ Nicht nur dort ging er als Gewinner hervor. Auch bei Radio Fritz konnte er die „Fritznacht der Talente“ gewinnen. Seine lockere, witzige und ehrliche Art bringt das Publikum zum Lachen. So auch im Talbahnhof. Daher plauderte Mann gerne aus dem Nähkästchen, wenn es um seine Arbeit als Synchronsprecher geht. Scheinbar kommt sein Beruf nicht überall gut an: „In Berlin freut man sich über nichts. Kein Wunder, dass Angela Merkel so aussieht! Wenn ich erzähle, was ich beruflich mache, antwortet die Ökotante von nebenan nur, dass in anderen Ländern gar nicht synchronisiert wird.“ Doch der wortgewandte Comedian weiß, wie er solchen Leuten zu antworten hat: „Ja, in anderen Ländern gibt es auch keinen Strom oder fließendes Wasser, aber dafür einen Diktator!“

Allerdings macht ihn sein Beruf auch manchmal zu schaffen, wie er erklärt. „2017 war mein Jahr des Scheiterhaufens. Ich wurde in so vielen Filmen und Serien auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wenn jetzt mein Toast leicht anbrennt, werde ich schon nervös!“

Telefonate mit der Mutter

Doch in solchen Momenten kann er auf seine Mutter zählen „Meine Mutter ist Schwäbin und ich habe ihr mein Leben zu verdanken. Immerhin hat sie am Kondom gespart.“ Wenn es ihm schlecht geht, telefoniert er mit seiner Mutter und schreibt mit „Einfacher kann ich nicht an ein neues Bühnenprogramm kommen. Was sie für Sachen veranstaltet übertrifft jede Stand-up-Show!“

(cca)