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Marc Breuer in Eschweiler: Mit Hingabe, aber manchmal zu viel

Ausflug nach Schluppendorf : Mit Hingabe, aber manchmal zu viel

„Löschen, Retten, Keller leer pumpen“ war das Motto des Abends im Eschweiler Talbahnhof. Marc Breuer als Löschmeister Josef Jackels drosch Vorurteile über das wahre Leben in der Voreifel bis aufs letzte Körnchen. Früher als zweite Hälfte des Rurtaltrios auf Tour trat er nun mit seinem Soloprogramm auf.

Kennen Sie Schluppendorf bei Euskirchen in der Voreifel? Nicht? Im Talbahnhof lernten die Zuschauer es kennen. Einige veritable, durchweg männliche Bewohner des Dorfes gaben sich alle Mühe, einem das Fürchten zu lehren, wenn man sich denn vorstellte, es ginge um die Wirklichkeit.

Marc Breuer schlüpfte nicht nur in die Rolle des Löschmeister Josef Jackels sondern zeigte sich auch als Autohändler Heribert Oellers, Kulturmanager Richard Borowka, den Dorfstarsänger Manfred Mertens und den Vorsitzenden des Männergesangsvereins, Friedhelm Schlüper. Diese Herrengruppe gab sich alle Mühe, jedes nur denkbare Vorurteil über die intellektuelle Beschränkheit der jeweiligen Rolle zu präsentieren.

Ob es nun die bierseelige Einsatzbereitschaft der Schluppendorfer Feuerwehr ist, die trottelhafte Großspurigkeit des Hauptsponsors Autohändler, die realitätsferne Überheblichkeit des Dorfmanagers, die musikalische Beschränktheit des Chorchefs oder die lüsterne Frivolität des Dorfgesangsstars ist, es konnte nicht nur, es musste einem Angst und Bange werden, man würde in diesem 5oo-Einwohner-Dorf in der Voreifel leben. Das kleine Publikum hatte aber auch viel zu lachen.

Es ging aber an diesem Abend ganz sicher nicht nur um Comedy, sondern auch Kabarett, Kleinkunst und Klamauk waren angesagt. Marc Breuer bemühte sich, mit voller Hingabe, seine Kunstfiguren auszufüllen. Dabei wirkte er allerdings sehr gehetzt. Dass er dabei den einen oder anderen Scherz zuviel – gerade auf Kosten der Frauen – machte, muss man als Beobachter sagen dürfen.