Eschweiler: Marathon-Musiktage auf dem Marktplatz

Eschweiler: Marathon-Musiktage auf dem Marktplatz

Drei Tage lang herrschte an der Inde das Gesetz der Musik. Wieder einmal präsentierten sich auf dem EMF mit Chris Thompson, Julia Neigel und Edo Zanki Musiker von nationaler wie internationaler Spitzenklasse. Gleichzeitig erhielten am Sonntagnachmittag Nachwuchsbands aus Eschweiler und der Region die Chance, auf der gigantischen Bühne auf dem Markt aufzuschlagen.

„Auf diesen Brettern haben schon Größen wie Sting und Joe Cocker gestanden”, rief EMF-Moderator und AZ-Redakteur Robert Esser am Abschlusstag in die Menge. Die Jung-Musiker zeigten sich aber keinesfalls beeindruckt von den Bühnenausmaßen. „Jugend rockt” hieß das Motto.

Sechs hervorragende Bands ließen es zweieinhalb Stunden lang richtig krachen. Selten war das Line-up so facettenreich. Ob Indie, Alternative, Rock, Pop, aber auch Akustikgitarren und Synthesizer, gepaart mit charismatischen Sängern (und immerhin einer Sängerin) zeichneten ein vielschichtiges Bild der nachwachsenden Musikszene.

Der Sonntag ist bisher wohl der EMF-Tag, der am meisten unterschätzt wird. Zwar feierten 2000 Menschen ein grandioses Gute-Laune-Konzert mit Jamaram, aber die acht Musiker, die sich im Jahr 2000 zusammentaten, um mit unzähligen Stilrichtungen im Gepäck die Musikwelt zu erobern, hätten bei ihrem zweiten Gastspiel in Eschweiler definitiv noch mehr Fans verdient gehabt.

Trotzdem: Für Kulturmanager Max Krieger war der dritte Festivaltag, der seit Jahren stets auch das Thema Integration aufgreift, ein voller Erfolg. Zudem habe sich die Verlegung der „Jugend rockt”-Veranstaltung auf den Sonntag bereits jetzt bewährt, so Krieger. „Daran werden wir wohl festhalten.” Und wer den Kulturmanager kennt, der weiß, dass eine Prise Copacobana für ihn einfach dazu gehört. Daher durften sich die Zuschauer wieder über eine farbenfrohe Samba- und eine spektakuläre Capoeira-Show freuen.

Obwohl Jamaram samt Boxen und Verstärker pünktlich um 19 Uhr ihre mitreißende Show beenden mussten, da gleich nebenan in der Kirche St. Peter und Paul die Messe begann, bedeutete das noch nicht das Ende. Spontan entschlossen sich die Münchener, die Brasilianer unplugged mit Rhythmusinstrumenten zu begleiten.

„Wir müssen zwar jetzt etwas leiser sein, aber es sagte ja keiner was davon, dass man unbedingt viel anhaben müsse”, begrüßte alsdann Robert Esser die Sambatänzerinnen auf der Bühne.

Soziales Engagement wird bei Jamaram groß geschrieben. In Eschweiler unterstützten sie die Aktion „Zivilcourage” der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), ein Projekt das mit Bürgermeister Rudi Bertram, Marktwirt Michael Esser und Fußballprofi Markus Daun prominente Fürsprecher hat. Ebenso wie die Musiker ließen sich viele Zuschauer mit dem „Aktion-Z”-Poster ablichten, um gegen Fremdenfeindlichkeit, Anonymität und Gewalt zu protestieren. „Hinsehen statt Weggucken” lautet die Botschaft für mehr Zivilcourage.

Hinhören hieß es drei Tage lang beim EMF. Und es geht weiter: Nina Hagen kommt am Freitag, zwei Tage später laden Pur zum Finaltag der Marathon-Musiktage in Eschweiler ein.