Mahnwache: RWE-Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze

Mahnwache an der Marktstraße vor Entscheidung der Kommission : Die Kumpel von RWE bangen um ihre Arbeitsplätze

Jahrelang waren das Weisweiler Kraftwerk und der Tagebau Inden beliebte Brötchengeber in Eschweiler. Seit einigen Monaten wächst bei den RWE-Mitarbeitern die Angst um ihren Arbeitsplatz. Grund sind die Diskussionen um die Braunkohleverstromung.

Auch am Donnerstag tagte in Berlin die Kommission, die den Strukturwandel in der Region beschreiben soll. Im gesamten Revier gingen parallel Bergleute auf die Straße, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In Eschweiler riefen die Gewerkschaften Verdi und IGBCE zur Mahnwache auf. Auch heute sind Aktionen geplant.

Wer am Donnerstag die Indestraße entlang fuhr, erblickte die zahlreichen rot-weißen Gewerkschaftsfahnen an der Marktstraße. Dort waren ein Zelt und Stände aufgebaut. Regelmäßig ertönte eine Sirene.  Auf den Bannern war zu lesen: „Für bezahlbaren Strom und gute Arbeitsplätze“ und „Wir wehren uns!“. Nicht nur Gewerkschaftsvertreter und Vertrauensleute kamen mit den Passanten ins Gespräch, auch ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens zeigten sich solidarisch mit ihren ehemaligen Kollegen. Welche Sorgen die RWE-Bediensteten im Kraftwerk Weisweiler haben, weiß Betriebsratsmitglied Dietmar Krauthausen aus täglicher Erfahrung: „Alle fürchten um ihre Arbeit und sind sauer und enttäuscht.“

Während die Mahnwache heute in Eschweiler fortgesetzt wird, sind auch vor dem Düsseldorfer Landtag Aktionen geplant. Dort wollen die Führungskräfte des RWE-Konzerns auf die Situation in ihrem Unternehmen aufmerksam machen. Der stellevertretende Sprecher dieser Runde ist der Leiter des Tagebaus Inden, Dr. Andreas Wagner. Er besuchte am Donnerstag mit dem Weisweiler Kraftwerksleiter Guido Schöddert den Gewerkschaftsstand und fordert: „Der Erfolg der Energiewende hängt eng mit dem Netzausbau zusammen.“ Genau diesen solle man in Berlin im Auge haben, wenn man eine Entscheidung treffe, wie es mit der Braunkohle weitergehe. Bis Ende des Jahres soll die Kommission einen Plan vorlegen.

((pan))
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