"Magie 2.0" in Eschweiler: Trick, Illusion oder doch Zauberer?

„Magie 2.0“ in Eschweiler : Per Hypnose zurück zum Geburtstag

Kartentricks, Illusionen, Gedankenlesen und Comedy – diese Show hatte alles, was man sich vorstellen kann. Am Sonntagabend verzauberten Christopher Köhler, Lars Ruth und Andreas Omasics mit ihrem Programm „Die Magier 2.0“ wortwörtlich das Publikum im Eschweiler Talbahnhof.

Der Boden ist voller zerrissener Spielkarten. Was man für ein schief gelaufenes Poker-Spiel halten könnte, war ein Abend voller Tricks, Illusionen und Lacher. Zwei Stunden lang begeisterten drei Zauberkünstler das Publikum im vollbesetzten Talbahnhof. Für jeden Geschmack war etwas dabei – von lustig über faszinierend bis hin zu erstaunend.

Durch das Programm führte der Magier Christopher Köhler. Er übernahm aber nicht nur die Moderation, sondern verband als „Der Lustige“ auch Zauberei mit Comedy. So ließ er sich vom Publikum zur Begrüßung erstmal selbst mitgebrachte Schlüpfer auf die Bühne schmeißen – auch wenn einer Besucherin in der ersten Reihe zunächst die Farbe „ihres“ Unterhöschens nicht gefiel. Eine andere machte aus dem von Köhler gewünschten Ausruf „Christopher, ich will ein Kind von dir“ einfach „Christopher, ich will kein Kind von dir“.

Auch einige Kartentricks hatte Christopher Köhler auf Lager. Gleich beim ersten merkte man, dass er sich selbst nicht ganz so ernst nimmt. So hatte er zwar die Karte, die ein Freiwilliger aus dem Publikum aus einem Kartenstapel gezogen hatte, bereits gesehen. Er steckte sie dann in ein größeres Kartenset, um sie verschwinden zu lassen und dann letztlich wie aus dem Nichts an seine Stirn zu kleben. Später spielte Köhler gemeinsam mit einem Besucher eine Marionette, die jeweils von zwei Damen aus dem Publikum bewegt werden mussten. Kurzum: Wann immer Christopher Köhler am Abend die Bühne betrat, waren Lacher garantiert.

Magier Sam Cole lässt eine Kugel über die Bühne schweben und tanzt mit ihr. Foto: Sandra Ziemons

Musikalisch wurde es dann mit dem Auftritt von Sam Cole (Andreas Omasics), „Der verrückte Charmeur“. Zu unterschiedlicher Musik über die Bühne tanzend zauberte Sam Cole unter anderem kleine bunte Regenschirme aus ein paar Stofftüchern in seiner Hand. Für großes Erstaunen sorgte sein Trick, bei dem er eine Martiniflasche zunächst verkleinerte und dann vermehrte. Anmutig tanzte Cole außerdem mit einer schwebenden Kugel.

Als „Der Seher“ nahm dann Mentalist Lars Ruth das Publikum mit auf eine Reise in die Welt des Übersinnlichen. Als erste Freiwillige meldete sich die 15-jährige Eva, die sich von Ruth hypnotisieren ließ. Er führte sie zurück an ihren vergangenen Geburtstag, in die Grundschule und in den Kindergarten. Im Stadium des Kindergartenkindes konnte Eva plötzlich einfache Wörter wie „Erfahrung“ und „Ausdauer“ nicht richtig vorlesen, zurück in der Gegenwart natürlich schon. Auch eine von einer weiteren Freiwilligen aus dem Publikum ausgewählte Zahl von einem Würfel riet Lars Ruth auf faszinierende Art richtig.

Als der „Maskierte“ präsentierte Andreas Omasics verschiedene Illusionen – wie der Griff durch eine Scheibe. Foto: Sandra Ziemons

Auch Swann, „Der Maskierte“, hinter dem sich ebenfalls Andreas Omasics verbarg, bezog die Gäste in seine Darbietung ein. So halfen ihm zwei dabei, ein Glas wie aus dem Nichts in einem verschlossenen Kasten zerspringen zu lassen. Ein Junge durfte dann testen, ob es ihm gelingt, seine Hand durch eine Glasscheibe zu stecken – natürlich mit Erfolg. Wie von Geisterhand ließ der Magier auch eine Kerze über die Bühne schweben und dann Konfetti aus seiner zuvor leeren Hand regnen.

Zum Abschluss des magischen und komischen Abends durfte sich noch das ganze Publikum an einem Zaubertrick ausprobieren. Dazu hatte jeder Besucher zuvor vier Spielkarten auf seinem Platz gefunden. Die galt es nun, nach Anleitung von Christopher Köhler, zu mischen, in der Mitte zu zerreißen, erneut zu mischen, mit dem Sitznachbar zu tauschen, teilweise wegzuwerfen und schließlich erst eine Hälfte, dann eine zweite unter den eigenen Hintern zu legen. Plötzlich passten diese beiden Hälften trotz des ganzen Hin und Hers wieder zusammen. Und Die Show hatte gehalten, was Moderator und Magier Christopher Köhler zu Beginn versprochen hatte: „Zauberei, ganz nah, lustig, poetisch und mysteriös“.

(zsa)
Mehr von Aachener Nachrichten