200 Milliliter Pikrinsäure: LKA sprengt gefährliche Säure auf Deponie Warden

200 Milliliter Pikrinsäure : LKA sprengt gefährliche Säure auf Deponie Warden

Zu einer Sprengung komme es zwar eher selten, aber am Donnerstag war es wieder so weit: Im Entsorgungszentrum Warden wurde ein Glasbehälter mit 200 Millilitern Pikrinsäure abgegeben – ein explosionsgefährlicher Stoff, der unter anderem in der Medikamentenherstellung eingesetzt wird.

Eigentlich nehme die Deponie solche Stoffe gar nicht an. „Wir wussten aber sofort um die besonderen Eigenschaften des Stoffes und haben den Kunden natürlich nicht wieder mit der Säure weggeschickt“, sagte eine Fachkraft in der Schadstoffsammlung. Denn der Glasbehälter ließ sich nicht mehr öffnen, was letzten Endes das Landeskriminalamt (LKA) dazu bewog, das Glasfläschen unter Aufsicht zu sprengen.

Bevor es so weit war, musste die kleine Flasche jedoch erst in einem dafür extra hergerichteten Mobil sichergestellt werden.

Die Feuerwehr Eschweiler, die um 12.40 Uhr vor Ort war, sperrte daraufhin im Umkreis von 100 Metern alles ab. Laut Leiter Axel Johnen waren elf seiner Einsatzkräfte der Hauptwache mit fünf Fahrzeugen dort.

Ab dieser Zeit konnten keine weiteren Kunden mehr ihre Abfälle abgeben. Das sei natürlich ärgerlich für diejenigen, die sich am Donnerstag extra den Kofferraum vollgepackt hätten und dann umsonst zur Deponie gefahren seien, sagte Betriebsleiterin Ulla Baumöller. Aber die Sicherheit gehe vor.

Gegen 15 Uhr traf dann das LKA aus Düsseldorf ein, die sich um die Sprengung kümmerten. Da auf dem Gelände der Deponie viele Gasleitungen verlegt sind, entschieden sich die Verantwortlichen für einen Fleck des Geländes, der bereits rekultiviert und abgedichtet ist.

Hier wurde in einem, unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, gegrabenem Loch die Sprengung des Säurebehälters vorgenommen.

Auch wenn die Vorgehensweise mit solchen Schadstoffen zum Job der Fachkräfte in der Schadstoffsammlung gehört: Anders als in den vergangenen Jahren, in denen nur etwa ein Mal im Jahr solch eine Sprengung stattfand, sei es nun schon die zweite innerhalb von zwei Wochen, sagte eine Mitarbeiterin. Das sei auch für die Arbeit im Entsorgungszentrum Warden eher ungewöhnlich.

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