Konzert: Liedermacher Simon Eickhoff und Jan Traphan spielen im Talbahnhof

Konzert : Liedermacher Simon Eickhoff und Jan Traphan spielen im Talbahnhof

Premiere im Talbahnhof haben jetzt die Liedermacher Simon Eickhoff und Jan Traphan gefeiert. Obwohl sie sonst große Säle füllen, war der Andrang hier eher bescheiden. Das tat der Performance allerdings keinen Abbruch.

Mit dem „Halleluja“ – dem Titel des neuen Programms – aus dem Messias von Händel, das vom Band eingespielt wurde, betraten die Künstler die Bühne und nahmen Platz. Sprachgewandt, witzig und auch bissig führte Jan durch den Abend und sang die erste Stimme, während sein Kollege Simon sich auf die musikalischen Arrangements konzentrierte und die zweite Stimme erklingen ließ. Die Beiden, die sich 2001 zu Beginn ihres Musik-Lehramtsstudiums in Oldenburg kennenlernten, sind seit 2006 als Duo „Simon & Jan“ unterwegs und haben viele Preise abgeräumt. Die deutsche Version von „Simon & Garfunkel“, dem US-amerikanische Folk-Rock-Duo aus den 1960-er Jahren, stand dem Original in nichts nach.

Die Menschen im Talbahnhof fanden sich von den Mittdreißigern aus Oldenburg hin und her gerissen zwischen ihrer hohen musikalischen Qualität und den Statements, mit denen sie den gegenwärtigen Zustand in der Welt erklärten. In „Alles nur gelogen“ oder „Das kann weg“ blitzte ihr Faible für das Dramatische immer wieder durch. Der ein oder andere fühlte sich angesprochen und manchmal auch entlarvt.

Gesellschaftskritische Songs

Kaum ein Thema wurde ausgelassen. Da ging es um Rassismus, Politik, Lifting und Massenkompatibilität oder was die Hormone zwischen Pubertät und Midlifecrisis machen. Die Anfrage vom deutschen Fleischerverband beantworteten sie mit einer Schunkelnummer über luftdichte Verpackungen.

Neben den Eigenproduktionen wurden Bearbeitungen von der Band Deichkind übernommen, bei dem das Publikum als Mitmachchor agierte. Sich nicht so wichtig zu nehmen wurde im Song „Ach Mensch“ thematisiert. Nach Leonard Cohens Abschluss-Halleluja gab es noch drei Zugaben. „Darf ich vorstellen? Ich heiß’ Wolfgang“ mit dem wunderbaren Rondo alla Turca von Simon leitete über zu „Krawall und Remmidemmi“ und letztendlich zum Trinklied „Sauf mit mir“. Der Abend verging im Nu, denn die Beiden nahmen einen ganz schön mit.

(mlo)