Eschweiler: „Lichtwelten“ in der Galerie Art Engert

Eschweiler : „Lichtwelten“ in der Galerie Art Engert

Ohne Licht keine Wahrnehmung, ohne Licht keine Erkenntnis: In der Kunst dient das Licht der Betonung von Strukturen, der Verstärkung von Farben sowie der Positionierung von Personen und Gegenständen. Unter der Überschrift „Lichtwelten“ präsentiert die Galerie Art Engert nun diesen Sinnesreiz als vielfältiges und nicht fassbares Gestaltungsmittel.

Die Lichtkünstler Patrick Meylaerts (Galerie Haute Cuisine), Christoph Dahlhausen, Chris Nägele, Diana Ramaekers, Jürgen Reichert, Peter Snijder und Achim Zeman geben im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung Einblicke in ihre individuellen Konzepte und Arbeitsweisen. Mit der Vernissage wurde die Ausstellung im Beisein einiger Künstler und zahlreicher Kunstfreunde am Freitagabend eröffnet.

Expandierende Kunstart

„Die Künstler zeigen Werke, die genuin geformt sind und schon in ihrer Konzeption auf die optimale Verbindung zwischen der Formgebung, der Materialauswahl, der Auswahl der Leuchtmittel sowie ihrer Umgebung ausgerichtet sind“, erklärte Galeristin Anita Engert, die in die Ausstellung einführte.

Wichtige Ziele der Arbeiten seien „das Abklopfen der Leuchtmittel auf ihre Bedeutung als Kulturprodukt und auf ihre Auswirkungen für die Gesellschaft, das Potenzial optischer und kinetischer Lichtphänomene für die ästhetische Gestaltung, die Gliederung von Architektur durch Licht sowie die Möglichkeit, mit Licht Immaterielles oder Unsichtbares sichtbar zu machen“.

Die Gastgeberin unterstrich die stetig wachsende Bedeutung der Lichtkunst als expandierende Kunstart. „Zur Umsetzung der Kreativität werden alle technischen Angebote genutzt. Die Lichtkunst ist ein Teil der postindustriellen Welt und geht den Schritt in das digitale Zeitalter an vorderster Front mit“, betonte Anita Engert.

Eine Entwicklung, die Lichtkünstlerin Diana Ramaekers im Gespräch mit Anita Engert durchaus ambivalent beurteilte: „Lichtkunst bewegt sich immer an der Schnittstelle zwischen Kunst und Kitsch“, so die Niederländerin, die 1970 in Kerkrade geboren wurde und von 1988 bis 1996 an der Akademie der bildenden Künste in Maastricht sowie der Kunsthochschule Düsseldorf studierte.

Zweiter Wortteil entscheidend

Entscheidend sei, dass der zweite Teil des Wortes Lichtkunst mit Inhalt gefüllt werde. „Lichtkunst darf nicht zum Fantasieland werden. Hin und wieder muss das Licht auch mal ausgeschaltet werden, so dass keine immerwährende Lichterflut auf die Menschen einwirkt“, sagte sie. Zu den Pflichten eines Lichtkünstlers gehöre es, auch darüber nachzudenken, schloss Diana Ramaekers.

Die Vielfalt der Ausstellung „Lichtwelten“ bietet allen Betrachtern die Gelegenheit, sich auch mit diesen Gedanken eingehend zu beschäftigen.

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