Aachen: Legale Graffiti für den Neuanfang am Sportplatz Röhe

Aachen: Legale Graffiti für den Neuanfang am Sportplatz Röhe

Wenn Graffitisprayer ihre Kreativität auf die Wand bringen, ist es draußen meist dunkel. Sie suchen sich Ecken, die versteckt liegen oder zumindest schwer einsehbar sind. Ecken, die Fluchtmöglichkeiten bieten. Auf dem Sportplatz in Röhe wird das aber genau andersherum laufen.

Dafür will der Sportplatz Röhe e.V. um seinen ersten Vorsitzenden Dieter Büttgen und den Beisitzer und Pressesprecher Klaus Fehr sorgen. Der alten Garage, die am Rande des Platzes ihr Dasein fristet, soll verschönert werden. Von Jugendlichen, die mit Farbdosen ausgerüstet sind — ganz offiziell.

„Dadurch wird die Garage schöner, die Jugendlichen haben etwas zu tun und sie achten mehr auf Dinge, an denen sie mitgearbeitet haben“, erklärt Büttgen den Sinn der Übung. Der Verein sucht die Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit der Indestadt. Die ist, in Form von Nicole Hillemacher, nicht schwer zu überzeugen. Denn Hillemacher weiß, wie gerne die Jugendlichen Chancen dieser Art nutzen. Finanziert wird die Aktion vom Sportplatz-Verein.

Diverse Sprühdosen müssen angeschafft werden. Mit etwas Glück war es das — kein Grundieren, kein Abschleifen, kein Ausbessern vorher. Das wird aber erst wirklich klar sein, wenn die Arbeiten schließlich beginnen. Wann es soweit sein wird, ist noch unklar. Die Aktion ist unter den Verantwortlichen gerade erst besprochen. Nun ist es an Nicole Hillemacher, Hebel in Bewegung zu setzen und auszuloten, wann die Jugendlichen unter Anleitung loslegen können.

Bis zum 29. Juni sollte das kleine Gebäude aber spätestens in frischen Farben und Motiven strahlen. Büttgen und Fehr sagen für diesen Termin eine feierliche Einweihung voraus. Eine sportliche Ansage, schließlich ist die Veränderung der Garage nur der Teil eines Konzeptes, dass sich die Freunde des Röher Sportplatzes ausgedacht haben.

Das Gelände soll reaktiviert werden, Kinder und Jugendliche sollen dort wieder bolzen, die Älteren vielleicht Boccia oder Boule spielen. Für länger: „Natürlich kümmern wir uns um robustes Material, das nicht direkt nach der ersten Benutzung kaputt geht“, sagt Fehr mit Blick etwa auf die Fußballtore. Die bieten sogar die Möglichkeit zum Torwandschießen.

Für jeden Geschmack

Grundschüler sollen künftig dann auch nicht mehr mit dem Bus zum Sportunterricht gekarrt werden. Für Büttgen ist vorstellbar und auch teil des Konzeptes, dass ein Teil des Grundschul-Sportunterrichts am Standort stattfindet. Neben dem Bolz- und Bouleplatz wird ein Beachvolleyballfeld eingerichtet, ein Basketballcourt ist geplant, eine Sprunggrube und eine 50-Meter-Laufbahn werden gebaut. Auf die Erschöpften und Gemäßigten wartet eine Ruhezone.

Bleibt die Frage, welches Motiv die Jugendlichen auf die kleine Garage sprühen werden. „Was Sie möchten“, sagt Nicole Hillemacher. Irgendwas Sportliches vielleicht, schlägt Büttgen vor. „Was es auch wird“, meint Fehr, „das soll kein Andy Warhol-Projekt werden. Die Jugendlichen können ihrer Kreativität freien Lauf lassen.“

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